erster Schinken , Hilfe benötigt

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Sven
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erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Sven » 30. Okt 2012, 19:34

So , nun soll es also losgehen .
Ich möchte gerne meinen ersten Schinken räuchern .
Zwar habe ich schon einige Male Lachsschinken vom Schweinelachs gemacht aber der Erfolg war sehr verschieden .
Mal war er zu salzig mal zu lasch , aber jedes mal war er zu trocken .
Nun möchte ich mal einen "klassischen " Schinken räuchern und könnte das etwas Hilfe von den Experten hier gebrauchen .

Nun liegt hier also ein Stück Schweinefleisch aus der Oberschale , sieht wirlich klasse aus , leicht durchzogen mit ein wenig Fett .
Wäre wirklich schade wenn ich das versauen würde .

Die Planung sieht bisher wie folgt aus .
Zum salzen würde ich Pöckelsalz nehmen , 40 gramm pro kilo Fleisch verfeinert mit einem Teelöffel frisch gemahlenen Pfeffer und ein wenig fein geschnittener frischer Knoblauch.
Damit das Fleisch würzen und vakumschweißen ( geht das ? oder lieber offen liegen lassen ? )
Dann das ganze ca. 3 Wochen ( ich denke das Stück wird nach dem putzen ca. 2 Kilo wiegen ) im Kühlschrank pöckeln lassen .

Anschließend abwaschen und 20 Stunden wässern ( eine Stunde pro Pöckeltag ? )
Danach aufhängen und gut abtrocknen lassen .
Abwechselnd räuchen und ruhen lassen bis die gewünschte Intensität erreicht ist . ( wie oft sollte minimum sein ?)

Ist das soweit ok ?
Ich bin wirklich für jeden Tip dankbar .
Gruß Sven

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 30. Okt 2012, 20:10

Hallo Sven,

Habe auch gerade Schinken in Arbeit.
Ausprobiert habe ich schon einige Pökelvarianten, aber ich stehe momentan auf Nasspökeln.

Ich empfehle das Buch Räuchern und Pökeln von Herbert Feldkamp ISBN 978-3-517-06863-3

Ich koche dazu pro Liter Wasser ca. 110g Pökelsalz für eine 10%ige Lake ( es gibt dort eine entsprechende Tabelle),
2 Tel.Zucker, 1Tel.Pfefferkorn, 1Lorbeerblatt, 2 Nelken und 1 Tel. Wacholderbeeren und etwas Kardamon auf.

Ausgekühlt so viel Flüssigkeit über den Schinken, bis er bedeckt ist und pro KG Fleisch 1 Woche in den Kühlschrank ( also bei 2 kg 2 Wochen).

Heute habe ich nur kurz gewässert ( die Zeit war rum) und zum Durchbrennen mit den Würsten in einen Raum bei 18 Grad, überdeckt mit feuchtem Tuch ( Luftfeuchtigkeit ) gehangen.
Dort bleibt er 2Tage. Danach das ausgetretene Salz nochmals abspülen.
Dann lasse ich ich ihn bis zur gewünschten Festigkeit in einem kühlen Aussenraum ( ca.10 Grad) weiter reifen und räuchere ihn dann bis zur gewünschten Farbe mit Buchenholz unter Zugabe von evtl. Wacholderbeeren und Pfefferkorn.

LG Robi 8)
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Sven » 30. Okt 2012, 20:39

Hallo Robi ,
vielen dank für deine Antwort .
Ich hatte bisher immer gedacht das beim Naßpökeln der Fleischgeschmack nicht so intensiv ist .
Darum wollte ich es mal trocken versuchen .
Ich glaube bei Deiner Methode ist der Vorteil, das ein übersalzen unwarscheinlich ist .
Ich denke ich werde noch ein zweites Stück besorgen und beide Methoden im Vergleich probieren .
Glaubst Du das ich mit der Zeit zum wässern zu hoch liege?.
Buch ist bestellt . 8)
Ich hab ja eher auf Fisch gelernt , Fleisch ist eher noch Neuland für mich :oops:
Aber da bei mir berufliche Änderungen anstehen hab ich wohl in Zukunft mehr Zeit zum experimentieren.

Gruß Sven

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 30. Okt 2012, 20:48

Hallo, das geht ja zügig. :lol:

Nasspökeln soll (gelesen und probiert und für richtig gefunden) einen intensiveren Pökelvorgang einleiten.
Ja mit dem Wässern habe ich auch experimentiert. Hatte mal gelesen,pro Tag pökeln eine Stunde Wässern.
Jetzt mache ich eine Abschmeckmethode. Soll heissen, nach dem Kurzwässern schneide ich ein Pröbchen ab und dann merke ich, ob's reicht oder nicht.
Geschmack ist ja verschieden, aber Salz alleine ist ja nicht das ultimative Gewürz, der REST machts.

LG Robi 8)
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Sven » 30. Okt 2012, 20:55

Ja ,
genau diese " Faustformel" hatte ich auch gelesen :lol:
War mir aber nicht sicher ob es für das "harte" Trockensalzen gilt ( eher Augenmaß)
bei dem der gesamte Schinken dick mit Salz bedeckt wird oder beim salzen streng nach Gewicht,
mit festem Salz / Fleischverhältniß.
Gruß Sven

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 30. Okt 2012, 21:47

Bin gerade beim Bücher durchforsten.

Hier noch ein absolut Gutes, und Verständliches.

Räuchern,Pökeln,Wursten von Franz Siegfried Wagner ISBN 978-3-7020-1197-0

Das hilft dir bei vielen Fragen.


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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 14. Nov 2012, 11:29

Hallo Sven,

ich habe deine Artikel in dem leider von mir aus Versehen (Grosse Schande über mich :cry: ) gelöschten Beiträgen gelesen.
Ich benutze sehr trockenes Holz zum Fische räuchern und lege kurz in Wasser gelegte Scheite anschliessend auf.
Ist das gesundheitsschädigend?
Man liest ja überall, das die Späne z.b. in Jutesäcken in Garagen oder Kellern gelagert werden um eine gewisse "Feuchtigkeit" zu erhalten.
http://www.puergen.de/gemeinde-puergen/ ... /index.htm

Gut soweit.
Hier noch eine Rauchprobe. Widschweinsalamie gut umrötet bei ca. 19Grad und danach 2 Wochen bei ca.10 Grad und Luftfeucht im Schuppen mit Naturboden gereift.
Wildschweinwurst.jpg
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Und dann mein Kalträucherbehälter.
Kaltraucher.jpg
Kaltraucher.jpg (44.19 KiB) 12450 mal betrachtet
Da mein Eiseneimer kaputt gegangen ist, habe ich in der Garage dieses Teil (Edelstahlgardämpfer) gefunden.
Mit diesem Teil klappt die Kaltraucherzeugung auch zu meiner vollen Zufriedenheit.

Nach knapp 18 Stunden Kaltrauch hänge ich alles in den Schuppen, da Nachts schon Fröste sind. Dort bleibt alles für 2-3 Tage zum lüften und weiterreifen, anschliessend der nächste Rauch.
Rauchpause.jpg
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Sven » 14. Nov 2012, 20:31

@ robi ,
ob sich mehr schädliche stoffe bilden wenn du das holz wässerst oder wenns zu frisch ist kann ich dir garnichtmal sagen .
das problem ist das durch die feuchtigkeit die temperatur mit der das holz verbrennt / verschwellt niedriger wird .
je niedriger die temperatur umso mehr schädliche stoffe entstehen .
( phenole , formaldehyd um nur mal 2 zu nennen )
nun ist es ja ein grundgedanke des räucherns qualm zu erzeugen , darum sind die temperaturen ja ohnehin eher niedrig .
wenn aber gleichzeitig viel feuchtigkeit im ofen ist, bildet sich kondensat , dieses kondensat legt sich aufs räuchergut und bindet die schadstoffe statt sie mit dem qualm entweichen zu lassen .
wie gesagt, ganz läßt sich das nicht verhindern , sonst dürfte man garkeinen qualm erzeugen was dem grundgedanken entgegen liefe .

deine salami sieht klasse aus ....ich bekomme schon wieder hunger ......
gruß sven

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 14. Nov 2012, 21:07

Danke Sven für die Hinweise, ich werde beim nächsten Fischrauch mal versuchen nur über die Luftzufuhr die Temp.zu regeln.
Poste dann auch ein Ergebnis :D

LG Robi 8)
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 15. Nov 2012, 22:50

na da muss ich doch auch mal meinen senf dazugeben :)

das wässern nach dem suren habe ich aufgegeben

wenn man zu lange wässert, vermindert dies den geschmack und das soll ja nicht sein

ich hab mir einen test angewöhnt, um zu kontrollieren, ob das fleisch räucherfertig ist:

ich nehm mir ein stück gesurtes fleisch aus der menge raus, brate es im backrohr wie einen schweinsbraten (natürlich ohne jede weitere beigabe von gewürzen oder salz) und schaue es mir dann genau an

wenn es im anschnitt in der mitte keine farbunterschiede gibt, dann sollte es durchgesurt sein

es muss etwas versalzen schmecken, dann wirds ein gutes geräuchertes :D

dieses schweinefleisch kann man zb als reisfleisch noch ganz gut wiederverwerten, da der reis einen teil des überschüsigen salzes aufnimmt bzw kompensiert

meine schritte nach dem suren:

raus aus der lake > kurz in der badewanne abwaschen > abtrocknen mit fetzen odgl > binden > über nacht zum trocknen aufhängen (praktischerweise gleich im räucherofen) > räuchern

sollte das fleisch übersalzen sein, dann hilft das wässern gut > über nacht, aber nicht länger

sollte das fleisch zu lasch sein, dann gibts neue arbeit > neue lake und das fleisch nachsuren

ist mir auch schon passiert :evil: , aber der mensch lernt....

lg wofgang

@robi: danke :)

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 15. Nov 2012, 23:27

noch was:

@sven

bzgl dein schweinelachs

du hast wahrscheinlich zu lange oder zu heiss geräuchert

je magerer fleisch ist, umso sensibler ist es

mein tip: räuchere eher kühler, dafür länger
druckprobe: wenn du das fleisch in der selch hängend angreifst, muss es noch elastisch sein, deinem fingerdruck nachgeben und wieder in die ausgangsform zurückkehren
wenns hart ist, ist es zu spät :(
wenns schwarz ist, auch...

sobald es ne gut goldbraune farbe angenommen hat, sollte es fertig sein

ausserdem: wenn du deinen jetzigen schinken (2 kg stück, oder?) wirklich 20 stunden wässerst, wird das dann wohl nur mehr a feuchter fetzen sein
kurz abwaschen, nicht mehr!

nasssuren hat den vorteil, dass man über den salzgehalt im surwasser den salzgehalt im fleisch ziemlich genau regulieren kann, somit es auch relativ egal ist, wenn das fleisch mal ein paar tage länger in der lake liegt (aber nit unter 3 wochen gell?)

@robi

bitte keine nassen oder feuchten hölzer verwenden! dann dämpfst du das fleisch statt es zu räuchern

auch die sägespäne sollten unbedingt trocken sein, um schadstoffe zu vermeiden

diese tips mit dem anfeuchten kenne ich auch, sind aber mMn schwachsinn
da gehts oft nur darum, brennmaterial zu sparen

ich bin ja jetzt kein chemiker, aber ich hab mal gesehen, wie jemand eben aus ersparnissgründen sein feuermaterial befeuchtet hat...das ergebnis war, na ja...teerig....

meine öfen, die ich bis dato verwendet habe und auch mein jetziger hatten alle keine möglichkeit, den rauchgasstrom zu regulieren

ist es zu kalt, feuertürl auf und holz rein

ist es zu heiss, rauchkammertür auf und kurz auskühlen lassen
du kannst auf die schnelle auch einige hand voll sägespäne aufs feuer werfen, das verringert den abbrand und raucht, kühler, weiter

lg wolfgang

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 15. Nov 2012, 23:43

noch ein, wie ich glaube, wichtiger tip:

wenns doch mal passiert und die selch (bzw das fleisch) beginnt zu brennen

sand und nasse fetzen!!!

aufs feuer a paar schaufeln oder eimer sand

das brennende fleisch mit nassen fetzen löschen (es ist immer gut, wenn man der besten ehefrau von allen ein paar küchentücher klaut und nen eimer wasser neben der selch stehen hat

wasser reinschütten oder nen feuerlöscher verwenden, ist falsch
den feuerlöscher wirklic nur im absoluten notfall...(hab ich aber auch...)

nach "brand aus" das angebrannte fleisch raus, die brandstellen wegschneiden, wieder rein und weiterselchen...

ich sprech aus eigener erfahrung....

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 16. Nov 2012, 08:21

Hallo Wolfgang,
zu deinen letzten Beiträgen habe ich ein paar Fragen. Will ja immer wieder dazu lernen!

Wolfgang schreibt:
ich nehm mir ein stück gesurtes fleisch aus der menge raus, brate es im backrohr wie einen schweinsbraten (natürlich ohne jede weitere beigabe von gewürzen oder salz) und schaue es mir dann genau an
wenn es im anschnitt in der mitte keine farbunterschiede gibt, dann sollte es durchgesurt sein
... kannst du von dieser Technik mal ein Foto posten. Ich kann mir nicht vorstellen, das bei durchgebratenem Fleisch Farbunterschiede zu sehen sind.

Ich nehme lieber ein Stück gepökeltes Fleisch und schneide es Mittig durch, habe dann 2 "kleine" Schinken und erkenne Farbunterschiede wesentlich besser.

Wolfgang schreibt:
raus aus der lake > kurz in der badewanne abwaschen > abtrocknen mit fetzen odgl > binden > über nacht zum trocknen aufhängen (praktischerweise gleich im räucherofen) > räuchern
Verzichtest du auf das Durchbrennen und gutes Abtrocknen?
Wird ja in verschiedenen Büchern beschrieben.
So auch hier Herbert Feldkamp "Räuchern und Pökeln" ISBN 978-3-517-06863-3 z.b.Seite 56/57.

Wolfgang schreibt:
bitte keine nassen oder feuchten hölzer verwenden! dann dämpfst du das fleisch statt es zu räuchern
Leuchtet ein, aber was passiert jetzt in dieser Situation ?

Wolfgang schreibt:
wenns doch mal passiert und die selch (bzw das fleisch) beginnt zu brennen
sand und nasse fetzen!!!
aufs feuer a paar schaufeln oder eimer sand
das brennende fleisch mit nassen fetzen löschen (es ist immer gut, wenn man der besten ehefrau von allen ein paar küchentücher klaut und nen eimer wasser neben der selch stehen hat
In mein gemauerten Räucherofen ( Bilder findet man auf meiner HP ) kam es noch nie zu einem Brand.
Er besteht aus einem Kaltrauchofen und einem Heissrauchofen.
Kaltraucherzeugung habe ich weiter oben beschrieben und Heisraucherzeugung mache ich in Zukunft so.
Robi schreibt:
Danke Sven für die Hinweise, ich werde beim nächsten Fischrauch mal versuchen nur über die Luftzufuhr die Temp.zu regeln.

LG Robi 8)
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 16. Nov 2012, 15:22

sevus robi
... kannst du von dieser Technik mal ein Foto posten. Ich kann mir nicht vorstellen, das bei durchgebratenem Fleisch Farbunterschiede zu sehen sind.
sorry, ich hab noch keine kamera, erst so ab weihnachten....

würde auch nichts bringen, den diese farbunterschiede sind wirklich minimal

ich geh davon aus, dass du schon gesehen hast, wie schlecht durchgesurtes fleisch nach dem räuchern aussieht > also aussen schöne farbe und dann innen, relativ scharf abgegrenzt, ein graues zentrum

das sieht man bei einem braten auch, aber..

nur sehr undeutlich und das ist auch nur erkennbar, wenn man weiss, was man sucht

zu erkennen an einer schönen aussenfarbe, dunkel aussen und um eine NUANCE heller im zentrum, ausserdem ist der übergang sehr verschwommen und bei weitem nicht so akzentuiert wie beim räuchern

beim braten völlig egal, beim räuchern eine katastrophe
Ich nehme lieber ein Stück gepökeltes Fleisch und schneide es Mittig durch, habe dann 2 "kleine" Schinken und erkenne Farbunterschiede wesentlich besser.
ok, dann hast du zwei stücke, die dann ev auch an den randbereichen ein manko haben
wenn du aber grad mal so 100 kilo vom gleichen geräuchert hast, nützt dir die späte erkenntnis gar nix

ausser, du räucherst die beiden stücke zuerst mal allein
das ist natürlich die beste lösung

Verzichtest du auf das Durchbrennen
JA

ic h kanns auch erklären:

das durchbrennen brauchst du erstlinig nur beim "schnellbeizen", um dem salz die zeit zu geben, ins fleischzentrum einzudringen, sowie beim reinen trockenbeizen,

beides ist, mMn, a pfusch!

wenn ich zuerst trockenbeize und danach in die lake einlege, hat das salz genug zeit, das fleisch zu duchdringen

zuerst trockenbeizen, um die haltbarkeit des fleisches für die nasssurzeit zu sichern
wenn du das fleisch gleich ins surwasser einlegst und dir dann ev dein kühli für 2-3 tage ausfällt, hast du ein problem

das vorherige trockenbeizen sorgt für den erstmaligen wasserverlust des fleisches, die aussenbereiche des fleisches sind durch das salz konserviert und die anschliessende nassbeize sorgt für die gleichmässige verteilung des salzes im gesamten bereich
und gutes Abtrocknen?
NEIN

natürlich nicht, gutes abtrocknen ist wichtig, aber mal nicht übertreiben

ich hab auch schon von "spezialisten" gehört, ich betone > gehört, die das fleisch trockenfönen

es gibt nix, das es nicht gibt....
Wird ja in verschiedenen Büchern beschrieben.
nicht alles, das in büchern beschrieben wird, hat auch hand und fuss
oftmals gehts den autoren auch um einen seitengewinn und schmücken aus


Wolfgang schreibt:
bitte keine nassen oder feuchten hölzer verwenden! dann dämpfst du das fleisch statt es zu räuchern
Leuchtet ein, aber was passiert jetzt in dieser Situation ?
hmmm, wenn du jetzan a statement über die chemischen prozesse lesen möchtest, so muss ich dich enttäuschen > ich bin a taxler, kein lebensmitteltechniker
backgrounds weiss @sven sicher besser als ich, aber...

ich habs erlebt > wenn du mit nassem brennmaterial räucherst, wird die räuchergutoberfläche schmierig und teerig
probiers aus...

In mein gemauerten Räucherofen ( Bilder findet man auf meiner HP ) kam es noch nie zu einem Brand.
hab ich auch erst einmal, als gast bei einem bekannten, erlebt

noo, den stress, der da ausgebrochen ist, hättest du erleben müssen, deshalb mein hinweis
das problem lässt sich relativ locker lösen, gewusst wie und mit den richtigen vorsichtsmassnahmen

lg wolfgang

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 16. Nov 2012, 16:06

aja...

Er besteht aus einem Kaltrauchofen und einem Heissrauchofen.
warum du ZWEI RO für eine funktion gebaut hast, ist mir nicht ganz klar

du kannst in JEDEM RO sowohl kalt als auch heissräuchern

probiers mal....

deine ROs sind ein echter optischer leckerbissen, zeugen von perfekter handwerks und maurerkunst

das meine ich absolut ernst und mein ehrliches kompliment dazu....

aber deinen kampf mit dem kondensat möchte ich nicht haben, denn:

edelstahlauskleidungen mögen ja recht schön und gut sein, aber in eine selch gehört sowas mMn nicht
das auftretende kondensat nimmt jede ziegelkonstruktion problemlos auf

abgesehen von den kosten

schau dir mal in deiner umgebung an, welche selchkammern die bauern so haben...primitiv bis zum geht nicht mehr..und funktionieren...und wie

du stehst mit deinem formelI rennwagen auf der autobahn im stau...bildlich gesprochen...

lg wolfgang

nicht böse sein, ich wollte das mal loswerden, hab so was ähnliches auch schon dem franzOse geschrieben

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 16. Nov 2012, 17:48

Hallo Sven,

wie gehts denn deinen Schinkenstücken?


Jetzt mal wieder zu Deinem Thema. Wir müssen ja aufpassen , das wir etwas "Thementreu" bleiben :lol:

Ich hatte ja Bilder nach dem ersten Kaltrauch gepostet. Leider konnte ich heute nicht wiederstehen und habe einen von den 2 Lachsschinken aufgeschnitten und gekostet. Hier 2 Bilder, Farbe und Konsistenz für uns super!
Den Geschmack kann ich leider nicht "darstellen", aber lecker.
Ich glaube den zweiten Schinken werde ich morgen auch portionieren und ebenfalls einfrieren.
Lachs1.JPG
Lachs1.JPG (64.63 KiB) 4138 mal betrachtet
Lach2.JPG
Lach2.JPG (57.86 KiB) 4138 mal betrachtet
Werde nochmal 2 solche Stücken einlegen und verarbeiten und dann komme ich über den Winter :P
(von so RIESENMENGEN halte ich nicht viel, will ja nicht nur Schinken essen ).

Schreib mal wie es "Deinen" guten Stücken so ergeht.

LG Robi 8)
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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Sven » 16. Nov 2012, 18:54

hallo zusammen ,
mein schinken hat jetzt tag 16 erfolgreich hinter sich gebracht .
das ganze ist schon schön fest geworden und auch die farbe hat sich verändert .
übers wochenende muß ich noch durchhalten um die 3 wochen voll zu bekommen .
als nächstes plane ich das ganze mal mit einem stück bauchspeck , dann werde ich auch das naßbeizen probieren .
mal sehen welche technik mir besser liegt , wie es scheint haben beide methoden ihre anhänger .
ich muß erstmal wieder fleisch kaufen gehen , eventuell fällt mir dann auch noch ein schweinelachs in den wagen :roll:

vielen dank für eure unterstützung .

gruß sven

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von wolfgang-wien » 17. Nov 2012, 00:36

servus robi

kompliment!

optisch absolut perfekt! gratuliere!

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erster Schinken ... oder ich bin schwanger Teil 2

Beitrag von Franz Ose » 27. Jan 2013, 17:18

Ich bin jetzt auch soweit.
Habe mir gerade von einem noch ab und zu hausschlachdend tingelnden Freund Pökelsalz geholt.
In den nächsten Tagen besorge ich mir noch die passenenden Fleischstückchen und dann geht´s schon mal mit Pökeln los.

Räuchern möchte ich "probeweise" in meinem Backofen.
Das soll dann so aussehen.
Unterhalb des Ofens befindet sich ein großer Ascheraum.
Dort werde ich Holz, was ich um den Ofen nicht aufzuheizen, extern (also außerhalb des Ofens) hab verbrennen lassen, einräumen.
Dann alle Öffnungen, Zuluft, Schornstein ... bis auf meine Ascheausraumöffnung (Übergang zum Backraum) schließen,
so dass die im Backraum aufgehängten Schinken über Nacht im Rauch hängen.
Am Tag werde ich alles wieder öffen so dass Frischluft eindringen kann.
Abends geht dann das Spiel wieder von vorne los.
Vorher, ich habe ja während des Pökelns lange genug Zeit, werde ich mal tagsüber einen Probelauf machen, um zu sehen
wie´s sich mit dem Temperaturanstieg im Ofen verhält.
Bild

Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

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Re: erster Schinken , Hilfe benötigt

Beitrag von Robi » 27. Jan 2013, 20:23

Hallo FranzOse,

Glückwunsch zum Mut.
Ich hätte einen Tipp, mach doch in deinem Ascheloch einen Sparbrand. Damit hast du sicherlich keine Temperaturprobleme und es wird über mehrere Stunden Kaltrauch erzeugt.

LG Robi 8)
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