Schamotte aus Nachtspeicheröfen

Ofenkuppel aus Lehm - Backofengewölbe aus Stein
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ziege1972
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Schamotte aus Nachtspeicheröfen

Beitrag von ziege1972 »

Guten Abend, liebe Gemeinde.
Ich habe alle Beiträge zu dem o.g. Thema im Forum gelesen. Auch ich habe kürzlich Schamotte aus NSH ausgebaut. Der Hersteller Vaillant hat mir anhand einer Unbedenklichkeitsliste und dem Baujahr 1995 die Sorgen bzgl. Asbest und Chromat genommen, was den Betrieb im Gebäude angeht. Ein Teil der Schamotte ist hochdicht und-fest, sieht fast aus wie ein Knochen zum Pflastern und hat eine glatte Oberfläche. Bei ebay werden die auch angeboten. Der andere Teil ähnelt von der Konsistenz her eher einem Schamott. Er ist aber rotbraun gefärbt und leichter als der erstgenannte. Die Oberfläche ist poröser. Diese Öfen gelten auch nicht als Sondermüll, wenn sie abgebaut werden (lt. Hersteller und Landratsasmt). Was spricht also wirklich gegen die Verwendung dieser Steine? Hat jemand aus dem Forum die schon mal untersuchen lassen?
Ich bin gespannt.
ziege1972

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Franz Ose
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Re: Schamotte aus Nachtspeicheröfen

Beitrag von Franz Ose »

Ich habe hierzu mal folgendes gefunden: http://www.kornmayer.com/page1/page46/n ... icher.html

Bei Steine die dunkler und schwerer als üblichen Schamotte sind, kann man davon ausgehen, dass es sich um Chrommagnesitsteine (Chrom IV) handelt.
Diese dürfen, da hochgiftig und wasserlöslich, nicht mal mehr deponiert sondern müssen ordnungsgemäß entsorgt werden.


In Deutschland hergestellte Nachtspeicheröfen dürfen ab:

- 1977 kein Asbest
- 1989 keine PCB-haltigen Regler
- und ab 2001 nur noch chromfreie Steine enthalten.

Da hilft eigentlich nur (sofern noch vorhanden) ein Blick auf das Typenschild des Gerätes
und „a g'sundes Gottvertrauen“ :wink: dass damals kein Schindluder :shock: betrieben worden ist
und heute alle Bescheid wissen wovon sie reden - wenn sie Unbedenklichkeitsschreiben verfassen.

Vielleicht aber hatten auch schon einige Hersteller vor 2001 freiwillig auf die Verwendung Chrommagnesitsteine verzichtet.
Bild

Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

ziege1972
Grünschnabel
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Re: Schamotte aus Nachtspeicheröfen

Beitrag von ziege1972 »

Danke Franz Ose. Ich werde Gesteinsproben von 2 Steintypen ins Labor nach Penzlin (Meckl.) bringen und sie auf giftige Chromverbindungen untersuchen lassen. Das kostet gar nicht soviel, wie ich befürchtet hatte. Wenn doch was drin ist, schick ich den Krempel zurück an den Hersteller der Öfen (Vaillant-Witte). Auf der Großdeponie bei Neubrandenburg haben die Mitarbeiter leider keine Erfahrung mit diesen Komponenten. Da ist im Zweifelsfall alles (hoch)giftig, weil es dann (noch) mehr Geld bringen könnte. Aber diese Herangehenweise ist ja auch nicht korrekt. Wenn diese Öfen weiterhin in Wohnräumen be- und vertrieben werden dürfen, und die Kernsteine sich dort auf 850°C erwärmen, wird entweder das Leben der Bürger fahrlässig auf´s Spiel gesetzt oder ein Popanz aufgezogen, um den Absatz anderer Energieträger zu forcieren.
Gruß ziege1972

Gartensummse
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Re: Schamotte aus Nachtspeicheröfen

Beitrag von Gartensummse »

Der Grund warum solche Schamottesteine in der Bucht ist der weil die Entsorgung alter Nachtspeicher richtig ins Geld gehen kann.
Viele legen verbotener und leichtsinnigerweise selbst Hand an und zerlegen die Dinger selbst in ihre Besandteile.
Der Schrott geht meist an den Klüngenskerl und der Rest wandert in die Mülltonne.
Letztentlich werden die Schamottesteine verhökert und keiner weiß mehr woher sie stammen.

Wenn ich schon einen SBO baue und mir leckeres backen möchte, sollte man lieber auf gute, lebensmittelechte Schamottsteine zurückgreifen!
Die kosten zwar einiges aber meiner Gesundheit wäre mir das wert!

LG Clarissa
Die Natur braucht den Menschen nicht aber der Mensch die Natur!

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