Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

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Hans22
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Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Hans22 »

Hallo zusammen,
ich möchte mich mal erkundigen, ob hier jemand ist, der ein bischen Erfahrung mit Dachdecken hat.
Ich möchte über unseren Ofen, Arbeitsfläche und Holzlager ein Dach mit ca. 6m Breite und 2,5m Tiefe bauen (obere Skizze).
Dieses Dach soll aus optischen Gründen mit Biberschwanz-Ziegeln gedeckt sein, aber aus verschiedenen anderen Gründen nur eine Dachneigung von 15° haben.
Nun gilt aber für Biberschwanz-Ziegel normalerweise eine Regeldachneigung von 30°.
Auf der anderen Seite muss natürlich unser Dach keiner irgendwelchen Normung oder Bauvorschrift bzgl. Dichtigkeit entsprechen, es reicht ja eigentlich, wenn es nicht auf den Ofen drauf regnet bzw. wenn das Dach das allermeiste Wasser abführt.
Ich habe mal eine Skizze gemacht mit den Ziegeln und 15° Dachneigung (untere Skizze). Von der Überdeckung der Ziegel in der Waagerechten sieht das gut aus. Die Frage ist nur, in wie weit Wasser z.B. durch Kapillarkräfte zurück läuft und dann rein tropft bzw. läuft.
Hat da jemand Erfahrung und kann sagen, ob das so funktioniert?

Grüßle,
Hans
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Gesamtskizze<br />.
Gesamtskizze
.
Dachaufbau.gif (22.77 KiB) 15933 mal betrachtet
Detailskizze Biberschwanzziegel<br />.
Detailskizze Biberschwanzziegel
.
Biberschwanz.gif (9.76 KiB) 15933 mal betrachtet
Grüßle,
Hans

Ditscher
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Ditscher »

hallo hans22
wenn du pech hast ,fliegen dir die pfannen bei sturm einfach weg.(schlechter anstellwinkel)
gruß ditscher
Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tische, und gib, dass ich zur rechten Zeit, das größte Stück erwische.

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Franz Ose
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Franz Ose »

Hallo Hans,

Dass es Normung und Bauvorschriften gibt hat nichts damit zu tun einem das Leben schwer zu machen,
sondern sie sollen einfach verhindern das Pfusch am Bau zur Regel wird. (wie wir das in letzter Zeit immer öfter erleben müssen)
Dass bei Bibereindeckungen eine Mindestneigung von 30° erforderlich ist somit nicht in irgendeiner Beamtenstube festgelegt worden,
sondern hat technische Hintergründe.
Bei einem mit kleinteiligen Materialien, schuppenartig eingedeckten Dach, besteht bei geringer Neigung die Gefahr,
dass Wasser durch den Wind zurück und damit unter die Eindeckung gedrückt wird. Also nichts mit Kapillarkräfte.
Somit wird es für so ein gedecktes Dach keine Gewährleistung geben.
Die Windsicherheit ist dabei nicht das Problem.

Wenn du mit damit leben kannst, dass bei bestimmten Witterungsbedingungen es auch unter dem Dach nass wird,
kannst du die Biber somit auch bei 15° Dachneigung eindecken.

Eine Alternative dazu wäre ein Unterdach. Kostet natürlich ein paar Euro mehr.

In diesem Fall müsstest du auf die gesamte Fläche eine Schalung nageln.
Auf diese eine einfache Bitumenpappe nageln, dann genau über dem Sparrenverlauf eine Konterlatte und dann noch auf die Bitumenpappe eine Schweißbahn kleben, die dann an der Konterlatte hochgezogen wird.
Auf die Konterlattung nagelst du dann die Dachlattung wie gehabt.
So die Ausführung, die aus einer technisch eigentlich nicht zulässigen Variante eine dann für den Eigenbedarf doch noch taugliche Lösung macht.
Wenn wir dann schon mal beim Improvisieren sind:
Eine aber eben auch nicht dem Regelwerk entsprechende Lösung wäre, an statt der Dachpappe eine Teichfolie zu nehmen
und die auf die Schalung und „über“ die Konterlattung zu verlegen.
Die Befestigung würde dann durch das Aufnageln der Dachlattung erfolgen.
Damit es sich besser arbeiten lässt, kannst du aber auch die Folie auf der Konterlattung mit ein paar Pappnägeln fixieren.
Bild

Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

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Hans22
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Hans22 »

Hallo Ihr zwei,
erstmal vielen Dank für Eure Antworten, insbesondere an Franz für die (wieder einmal) ausführliche Information!
Also mir etwas Undichtigkeit könnten wir sicherlich gut leben, davon wird der Lehm am Ofen schon nicht so sehr beschädigt werden und dem Holz und der Arbeitsplatte schadet es auch nichts, wenn sie mal ein paar Tröpfchen ab bekommen.
Eine Schalung und extra Unterdach wollen wir wohl eher nicht machen (Kosten, Arbeitszeit).
Weg fliegen dürfen die Ziegel natürlich keinesfalls, deswegen sind wir zwischenzeitlich auch am überlegen, ob wir von den Biberschwänzen absehen und Ziegel nehmen, die speziell auch für geringe Dachneigungen vorgesehen sind, z.B. diese hier.
Ich werde berichten...

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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cum-pane
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von cum-pane »

Hallo Hans,
rictig gut gefallen mir die Romanischen Ziegel http://www.baumarkt.de/nxs/339///baumar ... Eindeckung Die sind auch für eine relativ flache Verlegung geeignet. Es kommt natürlich auch immer etwas auf das Umfeld an, ob so etwas mediterranes passt.
cum-pane

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Hans22
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Hans22 »

Hallo Cum-Pane,
danke für den Link, das sieht auch gut aus.
Und die Webseite kannte ich noch gar nicht, da stehen ja haufenweise Informationen, Bauanleitungen etc..

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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Löwenstern
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Löwenstern »

Hallo Leute,

Ich habe selber ein sehr flaches Balkondach das mit Bieberschwanz eingedeckt ist.
Grundsätzlich ist das Dach dicht ! ...aber durch die geringe Neigung sammelt sich zwischen den Ziegeln minimal etwas Wasser an, dadurch gibt es immer wieder im Winter geringe Frostschäden an ein paar Ziegeln ca. 5-6 St/ Saison ( Dachfläche ca.3*5m).lch hoffe meine Erfahrungen helfen etwas weiter.

Gruß Thomas
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gemeinsam Teig kneten und backen-
mit Freunden genießen !
......was gibt es Schöneres ?

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Hans22
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Hans22 »

Hallo Thomas,
welche Neigung hat denn das Dach, weisst Du das zufällig?

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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Löwenstern
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Löwenstern »

Hallo Hans,

geschätzt so pi*Daumen ca. 20°

Gruß Thomas
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Franz Ose
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Franz Ose »

Hallo Thomas,
... sind deine Ziegel schon sehr alt, saugen stark Wasser und sind deshalb so frostempfindlich ?
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Löwenstern
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Re: Biberschwanz-Deckung mit geringer Dachneigung

Beitrag von Löwenstern »

Hallo Hans,

das Dach ist vor einigen Jahren neu eingedeckt worden, aber nach 2 Jahren sind die ersten paar wieder am vorderen Rand abgeplatzt.

Gruß Thomas
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