Dachpappe zu heiß?

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Stefan
Grünschnabel
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Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Stefan »

Hallo,

hab gestern das schöne Wetter ausgenutzt und den Ofen nochmal eingefeuert.

Nach einiger Zeit war immer ein leichter, komischer Geruch festzustellen. Nach meiner bisherigen Recherche kam der Geruch vom Rand meiner Kaminverwahrung (siehe auch hier).

Das Edelstahlblech liegt an den Rändern etwas auf der Dachpappe (ca. 1 - 2 cm). Da das Blech durch den Kamin schon etwas heiß wird, wird auch die Dachpappe in diesem Bereich (v.a. natürlich die direkt unter dem V2A-Blech) ziemlich heiß. Bei der Dachpappe handelt es sich um ganz normale zum Verlegen, nicht zum verschweißen.

Ist es sinnvoll, die Dachpappe, die unter dem Blech liegt, ganz zu entfernen? Wobei dann das heiße Edelstahlblech ja direkt auf dem Holz aufliegt - ist ja irgendwie auch nicht so toll? Gibts ne andere sinnvolle Lösung? Danke schonmal

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Hans22
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Hans22 »

Hallo Stefan,
dieser komische Geruch, den Du bemerkt hast, könnte auch von der Steinwolle kommen. Die riecht die ersten paar Male an den Stellen, an denen sie richtig heiß wird, echt übel.
Das gibt sich aber nach einiger Zeit (ein paar Mal richtig einheizen).
So von den Bildern her glaube ich gar nicht mal, dass das bei Dir von der Dachpappe kommt. Du hast da schon gut Abstand gelassen und mit Steinwolle ausgestopft. Abgesehen davon ist Edelstahl ein schlechter Wärmeleiter.
Ich schätze, es riecht eher da, wo die Steinwolle direkt am Kamin anliegt.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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Franz Ose
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Franz Ose »

Lt. Feuerschutzverordnung müssen Abgasanlagen von brennbaren Bauteilen so weit entfernt oder abgeschirmt sein, dass keine höheren Temperaturen als 85° C und bei Russbränden keine höheren Temperaturen als 100° C auftreten.

Das Holzbauteile, ob nun Sparren oder Dachschalung, mit einem ausreichenden Abstand zum Rauchrohr bzw. Schornstein eingebaut werden müssen versteht sich somit von selbst.

In Deinem Fall ist das auch gut gelöst. Dass bei einem Rauchrohr aber auch die Blechverwahrung mit heiß werden kann,
daran habe ich bisher auch noch nicht gedacht.

Wie in den meisten Fällen gibt es aber auch für diese Art der Durchführungen eine Lösung.

Promat bietet z.B. eine Rauchrohrdurchführung bis 400° C an.

Der Preis wird sicherlich auch dementsprechend sein.

Weil ich denke, dass es bei dir nur eine Übergangslösung sein wird und du irgendwann das Dach mit Steinen bzw. Ziegel eindecken wirst,
würde ich dir empfehlen wie im Bild dargestellt, seitlich oder sogar umlaufend Dachlatten aufzubringen (auf die Abdichtung),
dazwischen eine nichtbrennbare Dämmung einzulegen und deine Blechverkleidung oben raufsetzen, und die Ränder nur soweit abkanten,
dass sie keine Verbindung mit der Dachbahn mehr haben.

Als Übergangslösung ist dass sicherlich ausreichend.
Im Prinzip aber, wenn´s irgendwie geht lieber eine halbwegs unproblematische Hartdacheindeckung wählen.
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Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

Stefan
Grünschnabel
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Stefan »

Danke für die Antworten.

Ich werd beim nächsten Anheizen nochmal genau drauf achten, ob der Geruch wirklich von der Dachpappe oder nicht doch, wie Hans vermutet hat, von der Steinwolle.

Der jetzige Zustand ist natürlich nicht der endgültige wie Franz schon vermutet hat. Jedoch wollte ich das Edelstahlblech eigentlich schon dran lassen, wenn später (nächstes Jahr) drüber noch Dachziegeln (voraussichtlich Biberschwanz) gelegt werden, so wie es auch hier gemacht wurde. Oder spricht da etwas dagegen?

Stefan
Grünschnabel
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Stefan »

Da mich das ganze nicht mehr in Ruhe gelassen hat, hab ich letzte Woche das Edelstahlblech nochmal entfernt um nochmal alles genauer untersuchen zu können.

Musste dann auch leider feststellen, dass anscheinend die Abstände der Bretter / Dachpappe zum Kamin doch etwas zu wenig war (min. Abstand an machen Stellen waren ca. 10 cm). An diesen Stellen ist leider das Holz teilweise etwas angekohlt gewesen (siehe unten)

Um hier einen besseren Schutz zu erhalten, hab ich meine Kaminaussparung nochmal vergrößert, so dass jetzt runderhum ca. 20 cm Abstand zwischen Abgasrohr und Holz / Dachpappe bestehen. Zusätzlich hab ich den Aufbau wie von Franz Ose beschrieben abgeändert und das Verwahrungsblech nciht mehr direkt auf die Dachpappe aufgelegt, sondern nochmal Holzleisten darunter verschraubt.

Als ich letzte Woche den Ofen nochmal angeheizt habe, hab ich während und nach der Aufheizphase mehrmals die Temperatur am/um dem Ofenrohr, Holz und Dachpappe geprüft - diesmal war alles im grünen Bereich, keine nennenswerte Hitzeentwicklung auf dem Edelstahlblech und am Holz/Dachpappe und auch kein "komischer" Geruch mehr wie beim letzten Mal. Sollte jetzt also alles wieder passen.
Ich denke auch, dass ich beim ersten Mal etwas zu stark angefeuert hab und ein zu großes und zu heißes Feuerchen gemacht hab.
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hier das angekohlte Brett mit der "eingebrannten" Dachpappe
hier das angekohlte Brett mit der "eingebrannten" Dachpappe
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Farmer3s
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Farmer3s »

Hallo Stefan,

da hast Du aber richtig Glück gehabt das das Feuerchen erstickt ist. Ich will ja nicht schwarz sehen aber ich finde Dein Dach zu Dicht, also nicht die Regendichtheit sondern die Luftdichtheit. Die Wärme die vom Bachofen selbst und vom Ofenrohr kommt staut sich unter Deinem Dach, die Schalbretter dichten ab die Dachpappe tut das übrige. Kommt es hier zu Hohlräumen durch langsam absackende Mineralwolle ensteht eine kleine Konvektion die langsam immer wärmer wird und nicht raus kann. Holz beginnt ab 150C° zu vergasen, das ist nicht viel in einem Backofen. Auch lässt die Dämmung die Wärme an den Sparren nicht weg und wärmt diese so richtig schön auf.
Würdest Du einen 3-schaligen Schornstein an eine hochgedämmte Wand bauen müsstest du hier 5 cm Platz lassen und dieser muss belüftet sein. Und ein Schornstein hat eine viel geringere Temperatur.

Solltest Du dich für eine harte Bedachung entscheiden lass das Dach durchlüften, alles was durch die Dämmung geht nützt beim backen eh nichts mehr. Solltest Du das Dach so lassen würde ich es auch hinterlüften, auch um die Feuchtigkeit nicht an der Bitumbahn(Dampfsperre) einzusperren.
Gruß Jörn

Vegetarier ist indianisch und bedeutet: Der ohne Beute von der Jagd kam.

Stefan
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Stefan »

Hallo Jörn,

mit dem zu luftdichten Dach hast Du wohl Recht. Beim letzten Anheizen, als ich die Blechverwahrung weggenommen hatte (nur noch lose aufgelegt) und dadurch der Bereich des Ofenrohrs "durchgelüftet" wurde, sind weder die Schalbretter, die Dachpappe noch das Edelstahlblech sonderlich heiß geworden.
Vorher war das Blech auf die Dachpappe verschraubt und zusätzlich wurde auch noch die Fuge zwischen Edelstahlblech und darunterliegender Dachpappe mit einem Dichtungsband geschlossen - soll ja alles schön dicht sein. Das war wohl zu viel des Guten.

Ich möchte nächstes Jahr auf jeden Falld das Dach mit Dachziegeln (Biberschwanz) eindecken. Sollte ich dazu die Dachpappe wieder entfernen, evtl. noch Lüftungslöcher in die Schalbretter bohren, um die Belüftung zu verbessern?

Farmer3s
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Re: Dachpappe zu heiß?

Beitrag von Farmer3s »

Hallo Stefan,

die Pappe würde ich drauf lassen, Du kannst doch die oberen Schalbretter hochnehmen und nimmst einen Teil der Dämmung heraus. So das Du unter der Schalung nach unten zum"Unterschlag" schauen kannst, dann machst Du die Schalung wieder drauf aber so das sie am First einen Spalt offen ist. Hier kommen doch dann die Firstpfannen rauf und hierdurch kannst Du dann das Dach hinterlüften, vorausgesetzt es ist am Unterschlag auch ein Spalt an dem Luft rein kommt. Eine andere Möglichkeit wäre an den beiden Giebeln mit einem Topfbohrer o.ä Löcher zu bohren damit es im "Dachboden "durchzieht.

Gruß Jörn
Gruß Jörn

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