Durchmesser des Rauchrohres

Schornstein, Fuchs & Co
le77st
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Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von le77st »

Hallo zusammen!!

Das ist wirklich ein tolles Forum und ich verfolge die Beiträge gerne, auch wenn ich noch kein stolzer Besitzer eines Ofens bin. Daran soll sich aber dieses Jahre etwas ändern und ich begebe mich so nach und nach auf Materialsuche. In diesem Zusammenhang habe ich eine (von zukünftig bestimmt noch vielen) Frage:

Ein Bekannter hat noch Edelstahl-Rauchrohre übrig, die er mir umsonst abgeben würde. Das wäre natürlich eine feine Sache, nur haben die Rohre einen Durchmesser von 120mm. Ich möchte einen Kuppelofen (mit runder Backfläche, Durchmesser ca. 95cm) mauern. Der Abzug wird sich vorne befinden im Stile des Pompei-Ofens. Spontan hätte ich ein Rauchrohr von 150-200mm gewählt. Meint ihr, ein 120èr Rohr würde auch genügen??

Gruß Steffen

Ditscher
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Ditscher »

moin steffan
mein ofen ist kleiner und ich habe ein 180ziger rohr.
ich meine ein durchmesser von 120 ist zu wenig.
grüße aus hamburg
ditscher
Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tische, und gib, dass ich zur rechten Zeit, das größte Stück erwische.

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Hans22
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Hans22 »

Hallo Steffen,
erstmal ein herzliches Willkommen im Forum!
Ich bin auch der Meinung, dass für die von Dir geplante Backofenfläche ein 120er Rohr zu klein ist.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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Ganzjahresgriller
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Ganzjahresgriller »

Auf http://www.fornobravo.com wird standardmäßig ein 200ér Rohr/Kamin empfohlen, das 120ér Rohr halte ich auch für zu klein. Das 200ér Rohr hat immerhin fast den 2,8-fachen Querschnitt wie das 120ér, trotz der "nur" paar mm mehr!
Kennst du die Seite schon? Im Forum gibt´s sehr genaue Anleitungen für den Ofen selbst und u.a. auch für Pizza, Brot etc.. Mit das Beste, was ich zum Thema Pompejiofen bisher gefunden habe.
Gruß vom Niederrhein!

Mein Pizzaofenbaufred beim GSV:

http://www.grillsportverein.de/forum/ho ... 63030.html

le77st
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von le77st »

Hallo! Und danke für die schnellen Antworten.

Ich habe mir schon gedacht, dass es nicht funktionieren wird...es war aber ein verlockender Gedanke, die Rohre umsonst zu bekommen :-) das dürften alle, die schon einmal einen Ofen gebaut haben nachvollziehen können. Hängt ja schon einiges an Kosten dran und mit ner jungen Familie ist das nicht gerade mal so eben nebenbei finanziert, da es ja auch noch lebensnotwendigere Dinge gibt :-)

Dann werde ich die geschenkten Rohre einfach benutzen, um noch einen kleinen Räucherofen nach zu legen. Dafür sollten sie ausreichen.

Im April will ich mit den ersten Arbeiten beginnen. Mit den tollen Hilfestellungen aus dem Forum wird es hoffentlich einem Nichthandwerker wie mir gelingen, ein schönes Ergebnis zu erzielen.

Viele Grüße,

Steffen

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Franz Ose
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Franz Ose »

Hallo Steffen,

erstmal Herzlich Willkommen in Robi´s Backofenforum.
Ich nehme mal an, du hast schon mal die alten Beiträge durchgestöbert.

Die Wahl des richtigen Querschnittes ist wirklich schwierig und von vielen Bedingungen abhängig.
Verschiedene Schornsteinhersteller bieten mir ihrer Software zwar Bemessungen an, die aber her auf Hausschornsteine zugeschnitten sind.

Um ein Gefühl für den richtigen Querschnitt zu bekommen versuch ich mal bildlich die Wirkungsweise des Rauchabzuges zu erläutern.

Die warmen Rauchgase deren Dichte niedriger ist als die kalte Umgebungsluft steigen im Schornstein nach oben (im Prinzip wie beim Heißluftballon).
Dadurch kommt es zu einem Unterdruck innerhalb des Schornsteins.
Um den entstandenen Druckunterschied auszugleichen, strömt die kalte Außenluft über die Ofenöffnung in den Backraum nach,
erwärmt sich dort und wird wiederum in das Rauchrohr gerissen usw. usw. (hat schon fast was vom Perpetuum mobile). Man nennt diesen Vorgang „Zug“.
Die Zugwirkung ist um so größer, je größer der Temperatur- und Dichteunterschied zwischen Rauchgas und Außentemperatur sind.

In meinen Jugendjahren, als wir noch Warmwasser mit dem Badeofen aufbereitet hatten, musste man im Sommer oftmals in den Keller
um dort in der Reinigungsöffnung des Schornsteines eine Zeitung anzünden damit der thermische Auftrieb in Gang gesetzt wurde.
Nötig war dies, weil die Sonne den Schornstein aufgeheizt hatte und es kaum Temperaturunterschiede zwischen dem Inneren des Schornsteins und der Außenluft gab.

Für unsere Backöfen bedeutet das schon mal, das ein und der gleich Schornstein im Sommer ein anderes Zugverhalten haben kann als im Winter.

Ein zu großer Querschnitt, ich übertreibe jetzt mal und vergleiche ihn mit einer offenen Feuerstelle z.B. ein einfaches Lagerfeuer wird es zwar zu einem Abbrand kommen aber ohne jeglichen Bums. (anders beim Buschfeuer - Prinzip ähnlich große Hitze, Thermik (aufsteigende Wärme) zieht Luft nach (Wind) ... mal so am Rande.
Das andere Extrem 5 cm Abgasrohr, das Feuer würde ersticken.

Der Kompromiss wäre ein Schornstein mit einem Querschnitt, der so groß ist, dass er es schafft die für die Verbrennung notwendige Luft abzutransportieren, andersherum aber auch so klein, dass die Gase wie bei einer Düse mit hoher Geschwindigkeit schnell abziehen.
Unterschiedliche Holzmengen (abhängig von der Ofengröße oder vom Heizverhalten) brauchen unterschiedlichen Frischluftbedarf ... was wiederum heißt: jeder Ofen, jedes andere Anheizen bräuchte eigentlich auch einen genau dafür zugeschnittenen Rauchrohrquerschnitt.

Um so höher ein Schornstein umso mehr Zug. Sinnvoll wäre eine Höhe von mindestens 4 m, die wohl aber keiner mit seinem Ofen erreichen wird, es sei denn man kann ihn an seinen Hausschornstein anschließen. Zumal man die wirksame Schornsteinhöhe nur die Differenz zwischen Feuerraumboden und oberen Schornsteinabschluss ist.

Optimal sind runde Querschnitte, eckige haben schlechtere Strömungsverhältnisse (spielt aber bei unseren Backöfen nicht so die Rolle)

Verwinkelte Rauchgänge, Füchse u.s.w. verringern ebenfalls die Strömungsgeschwindigkeit.

Fazit: zu viele Faktoren spielen bei der Wahl des richtigen Querschnittes eine Rolle um eindeutig zu sagen: so oder so muss er sein.

Besser etwas zu groß (siehe Vergleich mit dem Lagerfeuer) brennt ab ... aber ohne Turboeffekt, als zu klein und das Feuer kommt nicht in Gang.

Deshalb bin der Meinung, einfach mal beim Nachbarn geschaut.
Bei der . Häussler z.B. geht´s mit glatten Stahlrohren bei DN 150 (ca. 175 cm²) erst richtig los.
Damit das Feuer nicht erstickt, bzw. dir der Rauch nicht aus der Ofentür entgegenschlägt würde ich auf keinen Fall darunter bleiben.

Mein Schornsteinquerschnitt ist 17,5x17,5 cm (305 cm²) also schon um einiges größer, wobei meiner eben gemauert und dann noch 2,50 m Fuchs hat, was niedrige Strömungsgeschwindigkeiten bedeutet und somit nach meiner Meinung einen größeren Querschnitt rechtfertigt.
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Ganzjahresgriller
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Ganzjahresgriller »

Franz Ose hat geschrieben:Ein zu großer Querschnitt, ich übertreibe jetzt mal und vergleiche ihn mit einer offenen Feuerstelle z.B. ein einfaches Lagerfeuer wird es zwar zu einem Abbrand kommen aber ohne jeglichen Bums.
Da muß ich leider widersprechen, die Leistung eines Kamins wird umso größer sein, je größer sein Durchmesser ist (bei ansonsten gleichen Bedingungen, insbesondere die Höhe des Kamins).

Der natürliche Kaminzug (der übrigens auch völlig ohne Feuer auch im Ruhezustand vorhanden ist) ist bei einem engen Kamin genausogroß wie bei einem weiten, die Strömungsgeschwindigkeit auch (eher ist sie im weiten Kamin höher als im engen, da hier weniger Reibungsverluste auftreten).

Der Kaminzug ergibt sich einfach aus den atmosphärischen Druckdifferenzen zwischen oben und unten, je höher die Kaminmündung über Fuchs liegt, desto größer das Druckgefälle, desto größer der Zug. Quasi ein "Kurzschluß" zwischen einem Gebiet mit hohem Luftdruck (unten) mit einem Gebiet mit niedrigerem Luftdruck (oben).

Man erkennt, daß wir von seeeehr geringen Druckunterschieden sprechen.

Allerdings wird das ganze natürlich noch durch die warmen Rauchgase, die ohnehin nach oben wollen, verstärkt.

Bei gleichen Strömungsgeschwindigkeiten kann daher aufgrund der größeren Querschnittsfläche der weite Kamin mehr Rauchgasvolumen/Zeiteinheit wegziehen als der enge.
Gruß vom Niederrhein!

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Farmer3s
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Farmer3s »

Da muß ich leider widersprechen, die Leistung eines Kamins wird umso größer sein, je größer sein Durchmesser ist (bei ansonsten gleichen Bedingungen, insbesondere die Höhe des Kamins).
Nö, ausgehend davon das die Abgasmenge gleich ist wird es zu Einströmungen(Gegenströmung) an der Mündung kommen welche wiederum einen Widerstand bilden. Auch ist der Widerstand größer da die Fläche ja nun mal größer ist auch wenn sich ein Kernstrom einstellt, es wirbelt außen nun mal und jeder Wirbel ist ein Widerstand. Durch die größere Fläche und das einströmen der Kaltluft nimmt jetzt die Abgasmasse auch zu weil die Abgase schneler kälter werden als in einem kleinerem Querschnitt, also wird es langsamer.

Je höher je besser ist so auch nicht richtig, die Abgse kühlen nach oben hin ab und bremsen somit weil sie dadurch schwerer werden. Es muss halt ganz einfach zueinander passen, kein extrem ist gut. Beim anheizen und offener Tür wäre ein größerer Querschnitt optimal um den Luftüberschuss aufzunehmen und nicht raus zu rauchen. Wenn die Tür angelehnt und die Abgase heißer sind wäre ein kleiner ausreichend. Also gilt es ein passendes Mittelmass zu finden der möglichst in allen Situatonen funktioniert.

Gruß Jörn
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Megabear
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Megabear »

Interessantes Thema finde ich, setzte mich gerade auch damit auseinander.
Ich wollte eine BR von 60x75 machen, mit Abzug vorne und Fuchs nach hinten, endend in senkrechten Kamin höhe ca2-2,5m.
Nun die Frage die ich mir stelle, wie groß der Fuchs bzw. Kamin? Fläche eines 150-200 Rohres, bzw. entsprechend die Fläche gemauert in rechteckig?

Mal schauen was Ihr so noch entwickelt.

Grüsse Guido aus Krefeld

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Franz Ose
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Franz Ose »

@ Ganzjahresgriller
erstmal herzlichen Dank, dass du uns aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt hast.
So eine rege Diskussion gab´s ja schon lange nicht mehr.
Da man nicht alles wissen kann ist es nur gut wenn sich viele an einer Problemlösung versuchen.
Ich liebe die Diskussion bzw. den „philosophierenden“ Wettstreit. Wir sind ein Forum.

Ich habe mich nochmals schlau gemacht und etwas gefunden was meinen Standpunkt vielleicht untersetzt.
Ganzjahresgriller hat geschrieben:Bei gleichen Strömungsgeschwindigkeiten kann daher aufgrund der größeren Querschnittsfläche der weite Kamin mehr Rauchgasvolumen/Zeiteinheit wegziehen als der enge.
Bei gleichen Querschnitt und gleicher Strömungsgeschwindigkeit: ja – aber ist die Strömungsgeschwindigkeit bei identischem Querschnitt überhaupt gleich – ich denke sie wird eher geringer sein.
Wieder so ein blöder sinnbildlicher Vergleich von mir: wenn ich durch ein 2 m langes Blasrohr d=2 cm durchpuste kann ich eine Kerze löschen. Mit einem 5 cm dicken Rohr (vorausgesetzt ich bekomme den Mund so weit auf :oops: ) wird das wohl nicht klappen. Gleiche Luftmenge, einmal ein- und einmal ausatmen – aber unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten.

Auf der Internetseite von Schiedel, aber sicher auch bei anderen Schornsteinherstellern gibt es Querschnittsbemessungsdiagramme:
An so einem möchte ich meine These mal erläutern:
Z.B. das Diagramm 6.2 (Holzfeuerung) gilt zwar für ein Heizkessel aber das Prinzip ist immer das gleiche.
Links auf der vertikalen Achse ist die Angabe der Wärmeleistung (die bei uns je nach Heizungsverhalten und Holzvorrat unterschiedlich sein kann) Mehr Holzverbrennung mehr KW und auf der rechten vertikalen Achse der notwendige Zugbedarf, linear mit zunehmender Leistung ansteigend. Das dürfte klar sein mehr Holz, mehr Verbrennung mehr Rauchgase abzuführen.
Auf der unteren horizontalen Achse sind die Schornsteinhöhen angegeben.
Wenn man sich jetzt mal auf irgend eine KW-Zahl festlegt wird man ganz am Anfang, bei niedrigster Schornsteinhöhe feststellen, dass die unterschiedlichen Rauchrohr-Querschnitte sehr dicht beieinander liegen. Je Höher aber der Schornstein wird (bei gleiche Heizleistung vorausgesetzt) wird der Abstand zum notwendigen Wechsel auf einen größeren Querschnitt größer, was heißt ich komme bei einem höheren Schornstein mit einem geringeren Querschnitt aus.

Deine Aussage:
Ganzjahresgriller hat geschrieben: die Leistung eines Kamins wird umso größer sein, je größer sein Durchmesser ist (bei ansonsten gleichen Bedingungen, insbesondere die Höhe des Kamins)..
kann ich insofern zustimmen:
Gleiches Diagramm, untere Achse: Schornsteinhöhe ausgewählt, Linie nach oben verlängert und man kann feststellen, dass jede Querschnittserhöhung mit einer höheren Leistungsfähigkeit (Achse kW) verbunden ist. Heißt für mich: ich kann mehr Holz verbrennen. (anders herum: ein Industrieschornstein hat eine höheren Heizleistung :wink: ) ....
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Farmer3s
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Farmer3s »

Ja, Franz Ose mit dem Dornröschenschlaf hast Du vollkommen recht. :)
Bei gleichen Querschnitt und gleicher Strömungsgeschwindigkeit: ja – aber ist die Strömungsgeschwindigkeit bei identischem Querschnitt überhaupt gleich – ich denke sie wird eher geringer sein.
Ich glaube Du meinst es anders, oder? Die Strömungsgeschwindigkeit kann bei gleicher Abgasmenge nicht gleich sein bei unterschiedlichen Querschnitten. Der größere könnte, sofern er ausreichend gefüllt ist, mehr transportieren soweit stimme ich auch zu.

Aber Grundsätzlich zu sagen das größer besser ist stimmt so nicht. Jetzt kommt es auf das Verhältniss an was man mit groß und klein meint. Es gab früher besteigbare Schornsteine, meist waren sie zu finden in Reet gedeckten Häusern, man hat diese gebaut um weniger Abgasgeschwindigkeit zu haben um Funkenflug zu vermeiden, auch trägt die größere Inenfläche zum abkühlen bei. Heute sind die Feuerstätten natürlich besser aufgebaut(ok nicht alle :wink: ), somit ist ein Funkenflug nicht mehr so einfach möglich. Versottete Schornsteine haben natürlich auch zu kleineren Querschnitten geführt.

Wie Du auch aus dem Diagramm lesen konntest werden die Schornsteien kleiner wenn sie höher werden, dies liegt einfach an der Abgasmasse die mehr wird weil es weiter abkühlt je höher sie steigen müssen, wäre die Fläche noch größer würde sie noch mehr abkühlen. Mit der Fläche meine ich die Innenfläche, die Innenfläche ist kälter als das Abgas und Wärme gleicht sich ja so gerne aus, also wird sie versuchen dies auch zu tun. Wenn das nicht so wäre hätten wir im allgemeinen weniger Probleme bei den steigenden Energiepreisen.

Aber letzendlich kommt das Diagramm bei uns nicht arg zum tragen weil kaum einer einen solch hohen Schornstein hat, aber man sieht sehr gut wie wenig sich der Querschnitt ändert bei doch sehr stark steigender Leistung. Aber als Orientierung kann man sie ganz gut nehmen.

Gruß Jörn
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le77st
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von le77st »

Na da habe ich ja eine Diskussion ausgelöst :oops:

Aber scheint ja augenscheinlich eine nicht ganz unstittige Frage gewesen zu sein. Ich nehme als Zwischenergebnis mit, dass ich mich auf alle Fälle für einen größeren Durchmesser entscheiden werde, vermutlich 180ér Rohr. Das scheint mir sicherer zu sein.

Jetzt stehen aber erst einmal die ersten Arbeiten am Fundament an. Und es müssen Steine besorgt werden... hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde, sich für einen Entwurf des Ofens zu entscheiden und das Material, das zu verwenden ist.

Gruß Steffen

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Franz Ose
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Franz Ose »

@ ganzjahresgriller
ich unterstreich das was du gesagt hast !
Ich habe ja auch nur gesagt
Franz Ose hat geschrieben: Besser etwas zu groß .... als zu klein
was ja auch deine Meinung war.
Somit denke ich konnten wir beide (na ja wir waren ja mittlerweile schon drei) Steffen überzeugen lieber eine Nummer größer zu wählen.
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Ganzjahresgriller
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Ganzjahresgriller »

O.k.,

ich will mich nicht streiten.
Gruß vom Niederrhein!

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Farmer3s
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Farmer3s »

Ja das 120er ist natürlich zu klein. Mich störte nur die Aussage das grundsätzlich größer besser wäre. Und da kommt es dann darauf an wieviel letzendlich mit größer gemeint ist. Ich war von Funktion ausgegangen und dann halt größer machen. Bin da wohl auf den falschen Zug aufgesprungen. :lol: So entstehen Mißverständnisse.

Falls jemand mal rechnen möchte, bei Kesa gibt da das Programm Aladin welches man in der Testversion runterladen kann und dann kann man da einige abgezählte Berechnungen mit machen. Hier einfach auf Download gehen: http://www.kesa.de/
Gruß Jörn

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Franz Ose
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Franz Ose »

Farmer3s hat geschrieben:..Mich störte nur die Aussage das grundsätzlich größer besser wäre.
... nein auf keinen Fall grundsätzlich.
Ich möchte auch jeden warnen zu sagen: ach was soll´s ich entscheide mich lieber für einen großen Querschnitt ... dann ist alles o.k.
Das ist wie bei einem Auto. Du kannst im 3.Gang mit 30 aber auch mit 60 km/h mehr oder weniger gut fahren, aber irgendwann sollte man dann doch sich zum Schalten entschließen. Wann ... ist aber bei jedem Auto wieder anders.
Da ist einfach Augenmaß gefragt.
Deshalb sollte man das mit der Wahl des Querschnittes auch ganz entspannter sehen.
Wir haben hier alle Öfen die nicht unter Labor- sondern unter Manufakturbedingungen entstanden sind und so notgedrungen auch mehr oder weniger vom physikalischen Ideal abweichen und trotzdem auf Grund ihrer Konstruktion auch im Nachhinein noch unterschiedlichste Betriebsbedingungen bestens meistern können.

Ich regle bei meinem Ofen zu viel Zug und damit zu schnellen Abbrand mit einem Schieber, den ich unmittelbar vor dem Schornstein eingebaut habe.
Frischluftzufuhr kann zusätzlich zur Zuluftöffnung, die bei meinem gleichzeitig Ascheöffnung ist, über die Tür geregelt werden.

P.S. Was haltet ihr in diesem Zusammenhang von einer Umfrage bei dem wir mal folgenden technischen Parametern unsrer Öfen vergleichen.

Backofenfläche: ... m²
Fuchs ja/nein
Schornsteinquerschnitt: rund oder eckig ... cm²
wirksame Schornsteinhöhe: .... m (von OK Backraumboden bis OK Schornstein)
Zugverhalten: + (o.k. mit kleinen Einschränkungen ggf. welche) , ++ (ohne Einschränkung )
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Farmer3s
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Farmer3s »

P.S. Was haltet ihr in diesem Zusammenhang von einer Umfrage bei dem wir mal folgenden technischen Parametern unsrer Öfen vergleichen.

Backofenfläche: ... m²
Fuchs ja/nein
Schornsteinquerschnitt: rund oder eckig ... cm²
wirksame Schornsteinhöhe: .... m (von OK Backraumboden bis OK Schornstein)
Zugverhalten: + (o.k. mit kleinen Einschränkungen ggf. welche) , ++ (ohne Einschränkung )
Ich bin der Meinung das wäre eine super Idee, gerade für Neubauer wäre es von Vorteil sich ein Bild zu machen was geht und was nicht.

Das mit der Drossel zu regeln find ich persönlich auch besser als nur über die Luft, dadurch haben die Heizgase ja auch mehr Zeit zum Energie abgeben und die Verbrennung wird somit auch sauberer. Eine Flamme braucht halt Zeit und Raum um sauber zu verbrennen. Falls jemand Lust hat zum lesen, hier geht es um Biomasse incl.Holz: http://www.tfz.bayern.de/sonstiges/17745/
Gruß Jörn

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Hans22
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Hans22 »

Franz Ose hat geschrieben:P.S. Was haltet ihr in diesem Zusammenhang von einer Umfrage bei dem wir mal folgenden technischen Parametern unsrer Öfen vergleichen.
Das fände ich sehr sinnvoll!
Für mich war das damals beim Bau unseres Ofens einer der ganz wichtigen und schwierigen Knackpunkte. Da musste ich auch wirklich lange stöbern und rum fragen, bis ich eine Lösung gefunden hatte.
Dabei ist es meiner Meinung nach (so im nachhinein, mit der jetzigen Erfahrung) eigentlich recht leicht, passende Größen für Zu- und Abluft-Öffnungen fest zu legen. Jeder potentielle Ofenbauer weiß ja, was er für eine Backfläche haben will. Das ist für die Meisten doch der Ausgangspunkt. Und davon ausgehend lassen sich recht einfach die Querschnitte für Zu- und Abluft-Öffnungen bestimmen.
Ich möchte da an dieser Stelle nochmal auf den Hinweis in meinem Ofenbau-Fred zu den Querschnitts-Verhältnissen in einem Ofen verweisen.
Dieses Büchlein der Reihe "Einfälle statt Abfälle" zum Thema Lehmbau ist wirklich interessant. Kopieren darf ich den entsprechenden Beitrag da drin natürlich nicht, aber ich kann das bei Bedarf und Interesse natürlich mal an einem praktischen Beispiel erläutern.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

Ottis Eicher
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Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Ottis Eicher »

Hallo,

diese Büchlein "Einfälle statt Abfälle" habe ich auch und die waren
eine echte Hilfe. Mein Ofen hat einen Ofenrohrdurchmesser von
150mm. Bisher hat alles geklappt und auch ohne Schronstein zog
er sehr gut.
Gruß aus dem Sauerland

Ottis Eicher

Gumpi
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Wohnort: 93326 Abensberg

Re: Durchmesser des Rauchrohres

Beitrag von Gumpi »

Hab bei mir mal gemessen:

Backfläche: 0,94 qm
Backraumhöhe: 45 cm
Zuluftöffnung hinten: 189 cm² (21x9 cm)
Aschekastenöffnung: 525 cm² (35x15 cm)
Türhöhe: 34 cm
Abzugsöffnung zu Fuchs: 325 cm² (25x13 cm) eckig
Fuchs: 324 cm² (18x18 cm) eckig
150 cm lang
Kamin: 324 cm² (18x18 cm) eckig
OK Backraum bis OK Kamin 180 cm
Zugverhalten ist sehr gut ++

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