Bogen mit Haffnermörtel besser wieder abreißen???

Ofenkuppel aus Lehm - Backofengewölbe aus Stein
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Backesbauer
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Bogen mit Haffnermörtel besser wieder abreißen???

Beitrag von Backesbauer »

Hallo,
da ich vom Bau meines Kachelofens vom Ofensetzer noch einen Sack
Haffnermörtel überlassen bekommen habe, dachte ich es sei eine feine Sache den Ofenbogen hiermit zu mauern. In der Version Backofen, die ich
bauen will, ist der Rauchabzug im Bogen integriert. Aus diesem Grund steht
wohl auch in der Bauanleitug das man besser Haffnermörtel verwenden soll,
da normaler Beton Reißen würde. Ach so, der Boden bestekt aus hartgebrannten Feldbacksteinen.
Jedenfalls ist es mittlerweile fünf Tage her das ich den Bogen gesetzt habe und der Mörtel ist immer noch nicht vernünftig getrocknet.
Deshalb bin ich mir mittlerweile nicht mehr Sicher ob das eine so gute Sache
ist den Ofenbogen für das Mundloch so zu erstellen.
Soll ich das Teil besser wieder Abreißen und mit "normalem" Beton neu erstellen.
Besonders weil der Haffnermörtel eigentlich nicht für so dicke Fugen geeignet ist. Die Steine sind innen "knirsch" und außen ist die Fouge bis ca. 4 - 5 cm.

Habt ihr 'nen Tip???

Gruß
Jens

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Franz Ose
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Mörtel bindet nicht ab !

Beitrag von Franz Ose »

4-5 cm dicke Fugen sind natürlich gewaltig.
Solltest du sie nicht mit Bruchstücke ausgefüttert haben, würde ich schon sagen, mach´s lieber noch mal.
Falls doch, dann musst du trotzdem damit rechnen,
dass es mit dem Austrocknen schon ein paar Wochen dauern kann.
Wahrscheinlich werden sich auch kleine Schwundrisse bilden, die aber noch vor dem Einbrennen,
leicht überarbeitet werden können.

Auf keinen Fall mit normalen Beton maueren.
Sonnst „musst“ Du später abreißen.

Hafnermörtel ist ein keramisch abbindender Mörtel und beinhaltet keine hydraulisch abbindenden Zusätze.
Das heißt, erst bei ca. 750° beginnt die keramische Sinterung, der Mörtel wird hart.
Entgegen Hafnermörtel Universal muss Hafnermörtel EMA abgemagert werden.
Als Magerungsmittel kann man ca. 30-40% Schamottemehl oder auch Quarzsand verwenden.
Bei zu geringer Abmagerung besteht die Gefahr, dass sich Schwundrisse bilden.
Trotzdem unbedingt die Verarbeitungshinweise für dein Produkt beachten.

Als Alternative zu teuren Mörtel, kann ich immer wieder nur Lehm,
der genauso wie oben beschrieben abgemagert wird, empfehlen.

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99knut
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Re: Bogen mit Haffnermörtel besser wieder abreißen???

Beitrag von 99knut »

Die Steine sind innen "knirsch" und außen ist die Fouge bis ca. 4 - 5 cm.

Hallo,

Ich habe meinen Ofen auch so gebaut ! Nur ich habe dir Fugen mit Ziegelbrocken ausgefüllt und sie sind nicht ganz so dick! Wichtig ist dass der Mörtel nicht wieder feucht wird bevor du das erste mal anheizt.
Weil wie "Franz Ose" schon geschrieben hat bindet der Hafner Mörtel erst ab wenn er "gebrannt " wird. Vorher wird er wenn er nass oder feucht wird wieder "verarbeitungsfähig".
Ich hänge dir mal ein Bild von meinen Fügen an !
Was hast du eigentlich für Steine ?
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Backesbauer
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Beitrag von Backesbauer »

'Nabend,
ich habe die Fugen natürlich nicht hinterfüttert (würde ja Sinn machen).
Der breite Spalt auf der Außenseite des Bogens kommt durch den Radius.
Der Bogen ist fast ein Halbkreis. Innen sind die Steine knirsch aneinander
Mittlerweile härten die Fugen aber doch endlich aus.

Hier noch eine kleine Korrektur meines ersten Textes:
Der Bogen ist aus Feldbackziegel, der Boden besteht aus Schamotteplatten.

Da ich eh noch zum Ofen-Fachmann muss um mir die die Schamotteziegel
für den Backraum zu kaufen, werde ich ihn auch nochmal fragen.
Er hat selber einen "Backes" im Garten und hat auch schon mehrere gesetzt.

Das Ergebnis werde ich dann nachreichen.

Und auch ein paar Bilder ;o))

Gruß
Jens

Backesbauer
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Beitrag von Backesbauer »

Nochmal Hallo,
ich kann nur sagen das meine Ziegelsteine hartgebrannte Feldbacksteine sind.
Ein Bekannter hat sie mir besorgt. So krumm und unterschiedlich wie die sind, sind die garantiert nicht industriell hergestellt (halt Feldback), war hier früher selbstverständlich.

Gruß

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Schnunzelrapunzel
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Hallo

Beitrag von Schnunzelrapunzel »

Hallo Kollege Ofenbauer!

Ich wollte auch erst "Hafner" SchamottMörtel von Hornbach kaufen...war schon mit fast an der Kasse..da habe ich nochmal einen Verkäufer dort gefragt...
und der sagte mit, das dieser nicht "hart" wird...wohl nur unter Temperatur...oder auch nicht..
Hatten sich wohl schon Leute über beschwert...
Wenn es der gleiche sein sollte den Du auch verwendest...vielleicht gibt es ja auch verschiedene von Hafner, weiß nicht genau...

Ich habe jetzt Buromur H gekauft...gibt es in Bremerhaven (Kuhlmann) beim Ofenbauer....
Der ist Super! Bombenhart nach 3 Tagen...Nach 10 Minuten schon relativ fest...so das man wohl sagen kann, er eignet sich sehr zum Gewölbe bauen...
Meines ging damit jedenfalls sehr gut...
Kann diesen nur empfehlen..25 KG ca. 26 Euro.

Damit wirst Du keine Probleme haben!
Würde aber versuchen, den Ofen langsam auszubrennen...und dann schauen ob der Mörtel hart wird und hält...
Du hast das Gewölbe schon gleich verzahnt! Bravo!
Das ist sehr gut und richtig! :!:
Ich musste meines noch mal neu machen..da ich dies, leider keine beachtung bei maß...
Gruß


Gruß

Backesbauer
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Beitrag von Backesbauer »

So es geht weiter!
Der missratene Bogen ist abgerissen. Das positive: ich habe die die Steine nur kurz in Wasser eingeweicht und konnte den Mörtel einfach entfernen.
Ich habe von meinen Ofenbauer "vernünftiges" Material gekauft und habe auch schon das Backraumgewölbe incl. Rückwand fertig. Ich muß den Namen von dem "Kleber" noch nachtragen, das ist jedenfalls schon etwas anderes.
Ich werde mich wohl heute noch wieder an die Arbeit begeben.
Gruß

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Schnunzelrapunzel
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Hallo

Beitrag von Schnunzelrapunzel »

Hallo
Wollte nur noch mal sagen, habe auch die Erfahrung gemacht, das es am besten, so wie Franz es auch sagt, mit Steinbruch in den Fugen geht...
Am besten so klein wie möglich hauen, vorher vielleicht Naß machen, dann bekomt man Ihn kleiner...geht besser..
Hatte bei meinen alten (abgerissenen) Gewölbe den Steinbruch zu groß gemacht, und hatt dann trotzdem leichte Risse oben in der Gewölbefuge..

Nun habe ich Ihn sehr klein gemacht, und siehe da, keine Risse...
Es funktioniert tatsächlich!
Du solltest Dir noch überlegen, wenn Du nicht schon hast, ein Luftloch hinten im Backofen mit einzubauen!

Gruß
Zuletzt geändert von Schnunzelrapunzel am 20. Mai 2009, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.

Backesbauer
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Beitrag von Backesbauer »

Danke für den Tipp Jörn!

Ich habe gesten ein Luftloch gebohrt (Durchmesser 70mm).
Es wäre zwar einfacher gewesen das Loch vorher zu bohren,
bevor auch die vordere Wand drin ist, aber mit 'nem langen Arm
und ein paar Verrenkungen ging es schon. Jetzt mach ich mir noch eine Durchführung und dann soll's wohl angehen.
Den ausgebohrten Kern werde auch dann wohl auch irgendwie für den
Stopfen verwursten.

Gruß
Jens

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Schnunzelrapunzel
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Hallo Jens

Beitrag von Schnunzelrapunzel »

Hallo Jens,

Ich habe es jetzt auch hinten bei mir ganz zu gemacht...
werde dafür im Schornsteinfuß ne Tür einbauen, mit der ich "Zusatz" -Luft generieren kann, und auch zu Wartungszwecken...
Habe die Tür zu spät eingeplant, da hatte ich hinten schon die Wand zu...
Aber denke das ich eine gute Lösung gefunden habe..
Mein ofen ist nicht so Groß (64cm x64 cm Backfläche), da sind es zur Öffnung nach hinten/ Oben nur so 30 cm...denke es müsste deshalb egal sein, ob direkt hnten oder oben/hinten..

Ja so ein Ofen der kann ein ganz schön beschäftigen.....
Gruß

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Schnunzelrapunzel
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Hallo

Beitrag von Schnunzelrapunzel »

Nein! Ich habe keine Tür eingebaut...wollte ich nur eben sagen...in Zukunft schreibe ich nur noch Sachen wenn ich diese dann auch baue :?

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