Rauchentwicklung

Vom Anheizen bis zum Einschießen
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Joerg
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Rauchentwicklung

Beitrag von Joerg » 16. Aug 2009, 09:41

Hallo Zusammen

Ich habe gestern zum Erstenmal dem Ofen benutzt um zuerst Pizza und dann anschließend noch Brot zu backen. Mir fällt auf, dass der Ofen zuerst einen recht "transparenten" Rauch entwickelt der senkrecht aufsteigt. Schlagartig wird der Rauch dann weiß bis gelblich und nebelt herum. Mir ist es dann nicht mehr Wohl, weil ich "Stress" mit den Anliegern wegen der Rauchentwicklung vermeiden möchte. Genauso schlagartig hört es dann auch wieder auf. Bei einem Testbetrieb war es noch "schlimmer".

Die Öffnung vorne habe ich provisorisch mit einer Dämmplatte zugemacht die aber nicht ganz abdichtet. Heute will ich eine bemaßte Skizze machen, damit mir Löwenstern dafür ein Angebot machen kann. :D

Ich habe momentan vier Fragen dazu.

- Wie ist die Rauchentwicklung bei euch.
- Welche Kaminlänge habt ihr.
- Kennt jemand von euch eine Faustformel um die "ideale" Kaminhöhe
als Richtwert zu ermitteln.
- Was kann ich tun, um die Rauchentwicklung

Ich habe zum Anfeuern trockenes abgelagertes dünnes Nadelholz benutzt und später, als das Feuer gebrannt hat, noch genauso trockenes.-abelagertes und kleingehacktes Hartholz daraufgelegt.

Ich weiss nicht, ob die Kaminhöhe evtl. zu niedig ist (der Kamin endet ca. 50cm über dem First); ob zuwenig Luft hinten im Ofen hereinkommt oder......
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malesche
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Beitrag von malesche » 16. Aug 2009, 15:05

Hallo Jörg,

um Rauch beim Anfeuern zu vermeiden gehe ich wie unten beschrieben vor. Dies stammt aus einem anderen Forum für Kaminöfen und es funktioniert bei meinem Backofen fast völlig rauchfrei.

Schöne Grüße


1.) 2 bis 4 große und natürlich trockene Holzstücke unten flach rein legen (abwechselnd 2 längs 2 quer)

2.) Darauf in die Mitte etwas Anzünder. Damit der Anzünder nicht durchfällt, vielleicht noch 1 Anmachholz dazwischenlegen.

3.) Darauf dann ca. 4 Anmachhölzer, wieder abwechselnd 2 längs 2 quer.

4.)Dann in der Mitte, da wo der Anzünder liegt anzünden.

Klappt immer...! Warum?

Im Schornstein ist, bevor der Ofen angezündet wird ein "Kaltluftpfropfen". Der muss erst mal so schnell wie möglich raus, damit der Ofen dann vernünftig ziehen kann. Das passiert ruck zuck durch dass schnelle Entzünden des Anmachholzes in der oberen Schicht. Jetzt kommts.... Wenn das richtig brennt, fällt die Flamme im Ofen automatisch

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Rauchentwicklung

Beitrag von cum-pane » 16. Aug 2009, 18:03

Hallo Joerg,
bei mir entwickelt sich nur wenig Rauch. Es gibt aber einen kritischen Punkt: Wenn der Ruß vom Gewölbe abbrennt und sich alle Rückstände in Rauch auflösen. Das ist zum Erreichen der Backtemperatur unvermeidlich, dauert aber nur kurz. Abgesehen von diesem Abbrennen ist das Grillen meiner Nachbarn eigentlich lästiger als mein Ofen, besonders wenn sie die hochgiftigen Grillanzünder verwenden. Die Schornsteinhöhe hat keinen besonderen Einfluss - aber das Wetter. Es gibt eben Wetterlagen, da wird der Rauch nach unten gedrückt. Die Hauptwindrichtung ist natürlich bei der Planung zu bedenken wenn es überhaupt wegen der Grundstücksgröße Alternativen gibt.
Viel Erfolg und verständnisvolle Nachbarn wüncht
cum-pane

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Beitrag von Joerg » 16. Aug 2009, 18:35

Hallo malesche

Meinst du eine Art Pagodenfeuer?
Ich probiere es jedenfall einmal aus.
Und wie ist die Rauchentwicklung, wenn du das Feuer nicht wie beschreiben anmachst?
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Beitrag von Joerg » 16. Aug 2009, 19:04

Hallo cum-pane
Wenn dein Ofen fast nicht raucht, dann bist du zu beneiden. Bei mir qualmt er beim anfeuern momentan eigentlich immer.

Meine Nachbarn reagieren in dieser Hinsicht mittlerweile etwas sensibel. Aber noch nicht wegen mir. Wir haben im Neubaugebiet einen BioBäcker der einen entsprechend dimensionierten Steinofen hat. Leider scheint er aus Kostengründen immer frisches bzw behandeltes Holz zu verbrennen. Mit dem Ergebnis, dass er bei seinen Nachbarn dadurch schon sehr früh die visuellen und olfaktorischen Sinne über seine begonnene Tätigkeit anspricht. Und genau das möchte ich gerne vermeiden.
Ich bin immer noch an überlegen was da vielleicht nicht richtig funktioniert.

Ich probiere den Tipp von Malesche das nächste Mal einmal aus.
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Beitrag von Robi » 16. Aug 2009, 21:16

Hallo Joerg,

ich glaube es ist sehr wichtig ,

1. kleine Scheite die sehr trocken sind,

2.danach etwas größer Scheite,

3. gutes trockenes (etwas größere Scheite) Holz verwenden.

Absolut wichtig ist ständig gute Luftzufuhr!!!
Es ist wie am Lagerfeuer, da wo wir noch kleine Jung's waren---ohne Luft brennt nichts und es qualmt nur.

LG Robi 8)
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Beitrag von Schorsch » 16. Aug 2009, 21:29

Ich heize mit trockener Buche und die Rauchentwicklung ist minimal.

Gruß
Schorsch
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Beitrag von Joerg » 17. Aug 2009, 16:06

Hallo Robi

Wenn ich dich jetzt richtig verstehe, legst du mehrmals nach? #Ist das so?

..... das könnte auch sein, dass ich einfach zuviel Holz auf einmal im Backraum anzünde.
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Beitrag von Joerg » 17. Aug 2009, 16:09

Hallo Schorsch

Machst du gleich alles Holz in den Backraum?
Oder in mehreren Etappen?

Ich kann auch nur abgelagertes Buchenholz zum aufheizen nehmen.
...... wenn es nur mit dem qualmen aufhört. :D
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Beitrag von Schorsch » 17. Aug 2009, 17:00

Joerg hat geschrieben:Hallo Schorsch

Machst du gleich alles Holz in den Backraum?
Oder in mehreren Etappen?
In mehreren Etappen. Würde ich alles Holz auf ein mal verbrennen, würden die Flammen 2m aus dem Kamin schlagen.

Es spart auch Holz. Weil Schamotte die Wärme nur langsam aufnimmt, macht es keinen Sinn viel Holz in kurzer zeit zu verbrennen. Langsam hochheizen, so wie es der Stein die Wärme aufnehmen kann.

Gruß
Schorsch

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Beitrag von malesche » 17. Aug 2009, 18:30

Hallo Jörg,

hier mal ein Bild wie es gemeint war. Einfach das Anfeuerholz auf dem Feuerholz anzünden. Anders hab ich unseren Ofen noch nie angemacht.
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Rauchentwicklung, richtiger Abbrand

Beitrag von Franz Ose » 17. Aug 2009, 19:36

Ich fange mit ganz wenig und kleinem Holz an.
Sobald das Feuer richtig brennt, wird mit wenig Holz nachgelegt.
Auf diese Weise entzünden sich die Scheite schnell und qualmen nicht so.

Bei der Abbrandvariante von oben nach unten, wie ihn malesche beschrieben hat,
müssen die noch qualmende Rauchgase durch den Feuerbereich, werden dabei weiter aufgeheizt und verbrennen noch im Ofen.
Eine interessante Variante, die ich beim nächsten mal (wenn die Luft rein ist – sprich die Nachbarn ausgeflogen sind) ausprobieren werde.

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Beitrag von Joerg » 24. Aug 2009, 20:11

Hallo Malesche, Robi und Franz-Ose


Ich habe gestern den Ofen wieder angeheizt und dabei die Tipps von Euch berücksichtigt.

Eine kleine Menge Holz pagodenartig aufgeschichtet und von oben angezündet. Wenn das Feuer gut brennt, wieder etwas (mehr) Holz dazu.
Das habe ich dreimal gemacht. Das Holz war recht klein gespalten.

..... und es hat "fast" nicht gequalmt. Erst als ich wieder eine etwas größere Menge Holz auf die Glut gelegt habe hat es wieder Qualm gegeben. Aber nicht so übermäßig viel. Also gut ertragbar.

Also lag es wohl schon bei mir wohl an der Holzmenge. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich die Luftzufuhr hinten nachträglich vergrößere. Wie groß ist bei euch die Luftzufuhr? Oder wird schon eine größere Luftmenge im Brennraum zur Verfügung stehen, wenn die zukünftige Tür einen regelbaren Lüftungsschlitz hat?

So oder so habe ich relativ wenig Holz benötigte und es hat für 5 Pizzas, 2 Brote, einen Kuchen und einen Braten locker gereicht.
Und die Betondecke sowie die Klinkerwände waren kalt. :D

Gruß Joerg.
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Beitrag von Robi » 24. Aug 2009, 21:55

Hallo,

wir haben uns beim Backofentreffen mal über's Anheizen unterhalten und kamen zu dem Ergebnis, das die ersten Schritte ( kleines Feuer, nachlegen..absolut korrekt sind), aber--- die Scheite danach, die also richtig Feuer bringen auch recht klein gespalten sein sollten, da "Zitat Franz ose"
Kleine Scheite bringen Fläche und das brennt besser als riesen "Klopper"

Ich mache es seither so und bin zufrieden- die großen Buchenscheite spalte ich noch mehrmals am Spalter und dann klappt es bestens.

LG Robi 8)
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Beitrag von Schorsch » 26. Aug 2009, 18:57

Joerg hat geschrieben:Jetzt bin ich am überlegen, ob ich die Luftzufuhr hinten nachträglich vergrößere. Wie groß ist bei euch die Luftzufuhr? Oder wird schon eine größere Luftmenge im Brennraum zur Verfügung stehen, wenn die zukünftige Tür einen regelbaren Lüftungsschlitz hat?
Hallo Joerg,

je größer die Luftöffnungen sind, um so besser der Zug und um so schlechter der thermische Wirkungsgrad.
Jeder Kubikmeter heißer Luft, die durch den Kamin geht, ist sinnlos verheiztes Holz. Zudem nimmt, wie schon gesagt, der Schamotte die Wärme nur sehr langsam an.

Deshalb besser ein kleines Feuer über eine längere Zeit machen.

Allerdings fängt frisch aufgelegtes Holz unter Luftmangel stark zu qualmen an. Hier muss man einfach den richtigen Mittelweg finden.

Gruß
Schorsch

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