Backofenbau für Brot und Pizzen u.s.w teilweise aus Stahl???

Vom Anheizen bis zum Einschießen
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Saerdna
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Backofenbau für Brot und Pizzen u.s.w teilweise aus Stahl???

Beitrag von Saerdna » 3. Mai 2009, 19:38

Da ich Schlosser bin und ich schon seit langem einen Ofen bauen wollte habe ich diese gute Seite gefunden!
Mein Frage ist nun da ich selbst aus dem Metallzweig komme würde ich einiges für den Ofenbau von der Arbeit benutzen. z.b. Edelstahlrohr durchm. aussen ca. 90mm als Kamin.
Dann als Grundplatte für den Boden und zwischen dem Feuer und der Backfläche eine ca. 15-20mm dicke Eisenplatte und darauf als Hitzebrücke Ofensteine auszulegen (damit nicht die hitze des Feuers direkt an die Backfläche kommt.). Dann hatte ich mir vorgestellt als Backfläche eine schönes 2mm Edelstahlblech zu benutzen.
Ach übrigens die Ofensteine würde ich von unserem großen Ofen von der Arbeit benutzen aus welchen Material die sind muss ich mich noch erkundigen sie sind sehr leicht und extrem Hitzebeständig da unser Ofen mit ca 1100 Grad betrieben wird.

Könnte ich so mit diesen Materialien Arbeiten???
Natürlich würde ich alles von aussen schön verputzen.

Besten dank im vorraus.

Mfg Saerdna

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cum-pane
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Stahlbau

Beitrag von cum-pane » 3. Mai 2009, 20:16

Hallo Saerdna,
vorweg, 90mm Abzug ist zu eng gewählt, meistens werden 150 bis 200mm verwendet, das hängt natürlich auch von den Ausmaßen des Backraums ab. Badeöfen mit einem winzigen Backraum haben - glaube ich - 90mm Ofenrohrdurchmesser. Das Material für die Backfläche soll Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können, z.B. bei Brot und Pizza. Edelstahl kann das nicht. Leute mit Elektrobacköfen kaufen nicht umsonst massenhaft "Pizzasteine" oder Terracotta Platten. Außerdem ist die Wärmestrahlung bei Metallen viel härter als bei Schamotte oder Backsteinen. Viele verschiedenen Materialien bedeuten auch sehr unterschiedliche Dehnungskoeffizienten. Wer günstig an Holz kommt baut seine Motorrad-Nockenwellen deshalb auch nicht aus Weißbuche...
Schieber, Bleche, Schürhaken, Grills zum Einschieben usw. kannst Du gut aus Metallen anfertigen. Beim Ofen selbst würde ich bei bewährten Materialien bleiben, bei Bedarf kannst Du ja trotzdem Backbleche u.ä. verwenden.
Auch für die Tür und Zarge, Kupferdach oder Regenrinnen sind Schlosser- und Spenglerkenntnisse wertvoll.
Viele Grüße cum-pane

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Beitrag von arborist » 4. Mai 2009, 22:29

Hallo Saerdna,

ich habe in meiner Jugend auch mal Schlosser gelernt. Trotzdem habe ich meinen Backofen aus Schamott, Klinker, Dämmstoff, Lehm - Grasgemisch, Stahl und Glasscherben gebaut.
Ich hatte mich bei einem alten Ofenbauer über Maße und Bauweise von Backöfen erkundigt.
Aufbau auf gegossener Betonplatte:
10 cm Flaschenscherben als Isolierung
Ebener Ausgleich mit Quarzsand
5 cm dicke Bimsplatten als ebene Auflage für die Steine
Liegend gestellte Klinker- als Wärmespeicher
10 cm dicke Schamottsteine als Bodensteine.
Seitlich senkrecht gemauert Schamottsteine ( 10 cm ) 17 cm hoch
Darauf achten, dass die senkrechten Steine auf die Bodensteine gestellt werden
Decke aus Schamottsteinen (Nut und Federsteine ) 10cm
Rundherum nochmal liegend gestellte Klinker als Wärmespeicher
5 cm Dämmplatten aus Mineralwolle
5cm Überzug aus Lehm-Gras Gemisch
Den Schornsteinzug habe ich mit einer liegenden 10 mm Stahlplatte
gebaut.
Die Maße sollten sein z. B. 90 cm Länge und 60 cm Breite = 3/3 zu 2/3
Scheitelhöhe des Gewölbes bei dieser Grösse 35-40 cm
Wenn man kein Spanferkel in den Backofen stellen will, ist diese Höhe ausreichend.
Hat man keine Schamott- Gewölbesteine zum Mauern, kann man die Backofendecke aus Feuerbeton machen. ( Inhaltstoffe beachten )
Man kann um die Decke aus Feuerbeton zu bauen eine Holzform machen oder auch Formsand benutzen und dann wieder herausholen.

Gruss Arborist

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Beitrag von Saerdna » 5. Mai 2009, 07:34

Ich habe es so vor.

Grundplatte aus Beton. Darauf eine ca 20mm dicke Eisenplatte die auf 4 Füßen steht von ca 5cm höhe. Die Hinteren Teile,die Decke und die Seitenwände auch aus Stahl aber nur ca. 10-15mm dick.
Dann aussen eine Isolierung aus Steinwolle dann rundherum mit schönen Steinen Mauern. Als Backplatte Schamottsteine die ich auch zum Mauern des Backraumes nehme. Dortherum wieder Steinwolle und dann wieder schöne Steine zum Mauern. Das mit dem Grundgerüst aus Stahl finde ich gut erstens besser zu reinigen und zweitens speichert der Stahl auch noch gut die Wärme und gibt Sie auch gut ab.

Siehe Foto aber ich lasse mich gerne immer wieder belehren.
Aber wenn es noch keiner so getestet hat werde ich es mal so probieren.
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So ungefähr habe ich es vor
So ungefähr habe ich es vor
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Beitrag von Schorsch » 5. Mai 2009, 20:16

Hallo Saerdna,

ich verstehe nicht ganz:
Grundgerüst aus Stahl, aber mit Schanmotteauskleidung:
Als Backplatte Schamottsteine die ich auch zum Mauern des Backraumes nehme.
Wenn der Backraum ausschamottiert ist, wie dann den Stahl reinigen?

Ich hätte bei deiner Idee dicke Stahlplatten zu verbauen größte Bedenken, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gruß
Schorsch

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Denkfehler

Beitrag von cum-pane » 5. Mai 2009, 21:09

Hallo Saerdna,
Entschuldigung, ich habe vor dem eingestellten Bild nicht begriffen, dass es ein Ofen mit getrenntem Back- und Feuerraum werden soll. Dann gelten einige meiner Bemerkungen nur eingeschränkt. Leider verstehe ich nicht viel von dieser Bauart, ich habe es mehr mit dem blackoven oder dem romanischen oder altdeutschen Ofen - also Heizen und Backen in einem Raum. Vielleicht solltest Du Dich aber besonders bei deinem geplanten Aufbau an Bewährtes halten, weil hier ja noch mehr Material arbeitet.
Viel Erfolg wünscht
cum-pane

Brotbaecker

Backofen aus Stahl

Beitrag von Brotbaecker » 5. Mai 2009, 21:21

Hallo Saerdna,

sicherlich kann man mit verschiedenen Ideen spielen, manchmal ist es sogar richtig reizvoll! Nur sollte man nicht enttäuscht sein, wenn es schief geht!
Cum-pane hat Dir schon veruscht zu erläutern, warum ein "Eisenofen" zum Brot backen ganz sicher nicht so optimal ist. Dem gibt es aus meiner Sicht, nicht viel hinzu zu setzen.
Im Übrigen habe ich beim Stöbern in der Literatur zur langen Geschichte des Backofenbaues keinen Ofen aus Stahl/Eisen (ausgenmmen Stahlkonstruk-tionen für Einfassungen) gefunden.
Also vielleicht die Pläne nochmals überdenken, denn es gilt: vor dem Schaden klug sein!!! Dafür steht auch dieses Forum hier!

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Beitrag von arborist » 5. Mai 2009, 21:30

Hallo Saerdna,

die Konstruktion Deines Ofen sieht aus wie ein Flammkuchenofen.
Was hast Du vor darin zu backen.?
Übrigens, die Steine von denen Du geschrieben hast, ( 1100° und sehr leicht)
es können nur Isoliersteine sein. Ein Bekannter von mir hat sich auch einen Backofen gebaut und hat sich auf der Bodenfläche 3 oder 4 Isoliersteine eingebaut. An diesen Stellen kann er nichts backen, weil keine Wärmespeicherung des Steines vorhanden ist.

Gruss Arborist

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Beitrag von Robi » 5. Mai 2009, 22:00

Hallo Saerdna,

ich glaube das du mit dieser Konstruktion zwar gewisse Erfolge erziehlen könntest (habe mich leider noch nie mit dieser Variante beschäftigt),
aber
das "Gewisse Etwas"-wie Aroma, das von heißen Steinen dem Back-und Bratgut verliehen wird, das Nutzen einer guten Absenktemperatur, diese rundherum gute bis optimale Wärmeverteilung -(wegen dieser unterschiedlichen Innematerialien in Deinem Backofen, würde dies aus meiner Sicht fehlen) und das ist dann eigentlich nicht mehr Holzbackofen-, Lehmbackofen-, oder Steinbackofenfiling.
Dieser Geruch, der über das verbrennende Holz über die Steine nach außen dringt, ist schon die pure Vorfreude auf das eigentliche Einschießen des Back- oder Bratgutes.

Aber, wie gesagt, so gemeint- es ist nur eine (meine) Meinung.
Lass Dich inspirieren, aber mach es dann trotzdem so, wie Du letztendlich willst.

Eine schöne Restwoche wünscht

Robi 8)
Ich lebe jetzt und habe Gefallen daran!
http://www.backofenrobi.de

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Schnunzelrapunzel
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Hallo

Beitrag von Schnunzelrapunzel » 15. Mai 2009, 21:34

Hallo
lange nichts mehr geschrieben hier...
baue morgen an meinen Ofen weiter....sonst ist schon wieder Winter bald und ich habe ihn noch nicht fertig...
.......
Also genau so, wollte ich Ihn auch erst bauen...aber habe mich dann doch entschieden, nicht mit getrennten Backraum zu bauen, wegen den Aroma des Holzes und weil es technisch schwieriger ist.
Ich glaube Franz hier aus den Forum...gab mir damals den Tipp...das es doch mit einen gemeinsamen Backraum besser ist...aber muss ja jeder selber wissen...
Gruß

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