Lebenszeichen

Vom Anheizen bis zum Einschießen
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Krümel
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Lebenszeichen

Beitrag von Krümel » 18. Jun 2011, 20:12

Hallo !

Ich wollte mich einmal zurück an der Backofenfront melden.
Mein Ofenprojekt mußte halbfertig jetzt länger pausieren.

Jetzt mache ich endlich weiter. Ich will immernoch eine Lehmkuppel bauen.

Vergangene Woche war ich in der Nähe von Meißen zu einem "Lehmbau- Seminar".
Es gab neben dem "Dozenten" zwei Teilnehmer . Einen alten Ofensetzer und ich.
Naja, um es vorweg zu nehmen : von dem Ofensetzer habe ich mehr gelernt als bei dem eigentlichen Seminar. Wir haben es zwar geschafft an einem Tag zuzweit einen Ofen
( Ziegelgewölbe )hochzuziehen, aber insgesamt war der Kurs sehr schlecht vorbereitet.

Der gute Mann wußte sehr viel über den Lehmbau, aber irgendwie waren die Informationen zu allgemein, als beim Ofenbau hilfreich zu sein.

Jetzt hatte ich wenigstens schon mal Lehm in der Hand und ein bischen Gefühl dafür.

Der alte Ofensetzer hat mir einige interessante DInge erzählt, die ich nicht wußte.
Ich will hier mal einiges zu besten geben, vielleicht interessiert es den einen oder anderen :

Er hat schon Öfen in Pizzarien gebaut. Er sagte, die Italiener legen Wert darauf ,
dass der Rauchabzug vorn ist !? Warum mag das so sein ?

Meist soll der Backraum eine Kuppel sein.( bestärkt mich natürlich darin, selbst eine Kuppel zu bauen ). Zur Zeit baut er eine Kuppel aus Schamotte .
Da ist jeder Stein an 4 Seiten schräg . Jeder Stein ist nummeriert. Muß sündhaft teuer sein das Ganze, aber das ist halt auch ein Profi, der Geld damit verdienen will.

So, jetzt noch etwas zum Thema Lehm :

Vor kurzen habe ich bei "lehmdiskount.de" zwei Säcke "Stampflehm erdfeucht" besorgt.
- Keine Angabe zur Bindekraft, ( soll laut DIN mind. 80 g/cm² sein ), sehr grobkörnig
Der Lehm hat sehr grobkörnige Bestandteile, scheint für den Ofenbau nicht geeignet zu sein

Der Ofensetzer hat mir empfohlen ungebrannte (Lehm)ziegel zu verwenden oder
gemahlenen Trockenlehm als Sackware.

Bei http://www.naturbauhof.de habe ich die Sackware Baulehm dann für 9,50 €/Sack
gefunden. ( trocken,gemahlen 0,5 mm )
Dieser Baulehm hat einen Mindestbindkraft von 80g/cm2 .
Kann den Wert jemand einordnen??

Die Bindekraft bei "Ziegellehm" soll höher sein als bei Baulehm,
wie hoch kann ich nicht sagen.
Der Ofensetzer meinte den Ziegellehm 1:1 mit Sand mischen.Das wäre ideal für den Ofenbau.
Das würde dann heißen, der Sandanteil bei o.g. Baulehm muß niedriger sein. Sehe ich das richtig ??



Der Alten Ofensetzer aus dem Seminar hat mir den Tip gegeben, in einer Ziegelei nach ungebrannten Ziegeln zu fragen. Da bekommt man oft auch Ausschußware sehr günstig.
Das will ich nächst Woche einmal versuchen!

Krümel !

P.S. Ich hoffe cum-pane ist mir nicht mehr böse, wegen dem geplatzten Besuchstermin.
Das ist einfach dumm gelaufen. Schade jedefalls.

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Re: Lebenszeichen

Beitrag von cum-pane » 19. Jun 2011, 07:40

Hallo Krümel,
böse war ich deshalb doch noch nie... :o Das mit dem Abzug vorn, den die Italiener (und ich auch) so gerne haben ist für die Flammenführung bei bestimmten Garmethoden einfach günstiger. Dazu müssen allerdings Kuppelhöhe und Form und die Höhe der Tür passen. Bei forno bravo kannst Du Dir nach dem Registrieren kostenlos ein pdf Pompeji Oven laden. Die Vorzüge runder Kuppelöfen mit Abzug vorn werden dort ausführlich beschrieben.
Mit dem Lehm würde ich mir nicht so viele Gedanken machen. Eigentlich genügt ein Feld- Wald- und Wiesenlehm mit nicht zu vielen Verunreinigungen aus dem sich Würstchen drehen lassen. Das Abmagern mit Sand ist richtig, je nach Lehm kann der Sandanteil auch höher sein. Besser noch wäre Ziegelmehl wenn Du es in der Nähe bekommst.
Zu Lehm steht hier auch einiges im Forum.
Viel Schwung beim Bauen
cum-pane

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Re: Lebenszeichen

Beitrag von Walter » 20. Jun 2011, 17:19

Hallo Krümel,

ich habe beim Bau meines Lehmofens Lehm mit Ziegelmehl abgemagert und ich kann das nicht weiterempfehlen! Wo ich die Lehmsteine gekauft habe wurde mir schon gesagt, daß das aufgrund des hohen Staubanteils kritisch sein könnte und das habe ich auch gemerkt. Das Ziegelmehl wird meist aus alten Dachziegeln hergestellt, diese werden einfach "gemahlen" und der ganze feine Staub ist auch mit drin.
Der Sand den man für Mörtel etc. nimmt ist gewaschen, da sind also diese Staubanteile rausgespült. Bei der Lehmmischung mit dem Ziegelmehl merkt man daß Klebekraft fehlt. Das kommt sicherlich auch auf den Lehm an aber ich habe mit gewaschenem Sand wesentlich bessere Erfahrungen gemacht.

Walter

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Re: Lebenszeichen

Beitrag von cum-pane » 20. Jun 2011, 18:22

Walter & Krümel,
ich habe auch schon oft Quarzsand aus dem Baumarkt (in Säcken) verwendet, der war aber sehr teuer. Ziegelmehl wird öfter als geignet erwähnt. Ich habe für eine Reparatur ZM verwendet das eigentlich für Tennisplätze gedacht war. Möglicherweise ging es deshalb gut, weil es schon abgewittert gewesen ist, d. h. weil Regen und Wind die zu feinen Anteile weggeblasen und gewaschen haben. Staubiges Material würde ich auch nicht verwenden.
Gruß
cum-pane

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Re: Lebenszeichen

Beitrag von Krümel » 20. Jun 2011, 18:47

Hallo an Alle !

Ich habe eine Ziegelei gefunden, die Ziegelmehl anbietet, da kostet der 30kg-Sack 16 €.
Da ist Sand doch um einiges günstiger.

Kann man nicht normalen "Bausand" ( für Mörtel usw. ) verwenden, dem man sich dann auf dem Hof kippen läßt ? Sackware ist meist viel teurer als losen Ware.

Auf was muß ich beim Sand achten :

Körnung ?
Korngrößenverteilung ?
Normaler (runder) oder gebrochener SAnd ??

Ich würde wohl aus dem Bauch heraus eine Körnung von max 2 mm nehmen, aber
bin mir da nicht sicher. Die Korngröße hat doch sicher Einfluß auf die Festigkeit .

Naja, vielleicht mach ich`s auch komplizierter als es ist. Die alten Römer haben wohl mit dem
Lehm und dem Sand gebaut, der vorort erhältlich war.

Krümel !

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Hans22
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Re: Lebenszeichen

Beitrag von Hans22 » 21. Jun 2011, 08:31

Krümel hat geschrieben:Kann man nicht normalen "Bausand" ( für Mörtel usw. ) verwenden, dem man sich dann auf dem Hof kippen läßt ? Sackware ist meist viel teurer als losen Ware.
Hallo Krümel,
also ich habe bei unserem Ofen alles mit Gartenlehm und normalem Bausand gemacht. Nur bei dem Mörtel für das Gewölbe habe ich noch etwas Schamottemehl zugemischt. Mischung war immer 1:1, aber das ist natürlich vom verwendeten Lehm abhängig.
Bisher hält unser Ofen... :wink:
Mach' doch einfach mal vorab ein paar Versuche mit verschiedenen Abmagerungen, um die Schwindrisse und die Festigkeit zu beurteilen.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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