ein paar Detailfragen

Vom Anheizen bis zum Einschießen
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andreas
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ein paar Detailfragen

Beitrag von andreas » 5. Jun 2011, 22:05

Um meine Planungen abschliessen zu können, knobel ich noch an ein paar Details.
Wie ist mein derzeitiger Stand?

1) Bodenplatte plus Mauerwerk fertig
2) eigentliche Betonplatte wird nächste Woche gegossen
3) Es soll ein Lehmgewölbe werden (unverändert). Dicke ca. 30cm, aus ungebrannten Lehmziegeln,
die aufgemauert werden. Lehmmörtel gewinne ich aus diesen Lehmziegeln auch. Voteil: das dürfte
wohl die richtige Mischung sein. Ziegel sind ca. 200 Jahre alt und stammen aus einem Häuschen.
Zwei aufgelöste Lehmsteine stimmen mich froh, dass das funktionieren könnte.
4) Bodenaufbau: 10cm Porenbeton, 15cm Lehm (Lehmziegel), 2-3cm Sand, 4-5 cm Schamotte
(mit ca. 0,5-1cm Dehnungsfugen an den Seiten)
5) Kuppelhöhe (innen): ca. 60cm

Der Grundaufbau von Walter (viewtopic.php?f=23&t=842) kommt meinem sehr nahe.

Woran knobel ich aktuell?

1) Aschekasten: Den will ich unterhalb der Ofentür anbringen. Ziwschen Kasten und Unterkante Tür soll Lehm oder ähnliches Mauerwerk sein. Da das Mauerwerk an der Tür bestimmt auch 20cm dick ist, dürfte genug Platz sein. Als Deckel plane ich eine Schamottplatte (analog der von, ich glaube, Cum-Pane).
Da der aber direkt auf der Betonplatte liegen würde und hinten am Porenbeton: Ist das geschickt? Oder muss das isoliert sein (vermutlich)?
Der Aschekasten soll auch für das Räuchermehl genutzt werden.

2) Schornstein: Aus Platzgründen wird das ein stinknormales Ofenrohr. Die Klappe soll möglichst dicht am hinteren Mauerwerk angebracht werden, um Wärmeverlust zu minimieren.
Aber: da ich ja auch räuchern will: Muss ich extra einen zweiten Zug vorsehen? Da habe ich momentan noch keinen Plan, wie ich das am besten mache... Hat hier jemand einen Tipp?
Fürs Grillen und Räuchern werde ich mir Grillroste besorgen, diese auf ein Gestell (ca. 10-15cm hoch) montieren und alles in eine Metallwanne stellen, die als Fettauffang dient. Somit muss ich keine Schienen o.ä. im Gewölbe einbauen und bin sehr flexibel.
Das Ofenrohr seitlich (links) anzubringen, ist aufgrund des nicht durchgängigen Zuges bis in die "letzten" Ecken sicherlich ungeschickt.

3) Wie habt Ihr eigentlich Thermometer eingebaut?

Hoffe nix vergessen zu haben...

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Franz Ose
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Re: ein paar Detailfragen

Beitrag von Franz Ose » 6. Jun 2011, 19:03

andreas hat geschrieben: Woran knobel ich aktuell?
1) Aschekasten: Den will ich unterhalb der Ofentür anbringen. Ziwschen Kasten und Unterkante Tür soll Lehm oder ähnliches Mauerwerk sein. Da das Mauerwerk an der Tür bestimmt auch 20cm dick ist, dürfte genug Platz sein.
Da der aber direkt auf der Betonplatte liegen würde und hinten am Porenbeton: Ist das geschickt? Oder muss das isoliert sein (vermutlich)?
Da musst du nichts isolieren. Wenn du jede mögliche Wärmebrücke vermeiden möchtest, dann müßtest du ja auch die Schamottplatte von unten isolieren. Kannst du vernachlässigen
andreas hat geschrieben:2) Schornstein: Aus Platzgründen wird das ein stinknormales Ofenrohr. Die Klappe soll möglichst dicht am hinteren Mauerwerk angebracht werden, um Wärmeverlust zu minimieren ... aber: da ich ja auch räuchern will: Muss ich extra einen zweiten Zug vorsehen?
Ich habe Null-Ahnung vom Räuchern, weiß aber, dass es zumindest eine recht fettige Angelegenheit ist.
Vielleicht brennt auch beim nächsten Anheizen das ganze Fett wieder im Gewölbe ab, auf jeden Fall aber wird sich am Schornstein eine gefährliche Fett-/Rußschicht absetzen, wenn sowohl für´s Räuchern als auch für´s Backen (Anheizen) der gleiche Zug (Schornstein) genutz wird.
Ich denke wenn man beides will, sollte man auch zwei voneinander unabhängige Kammern und Schornsteine verwenden. Ich kann mir kein gutes Brot vorstellen, dass aus einem Ofen kommt, in dem vorher Fische geräuchert wurden.aber vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden.
andreas hat geschrieben:3) Wie habt Ihr eigentlich Thermometer eingebaut?
Von vorne neben der Tür ca. im oberen Drittel des Backraumes ein Loch gebohrt, in das nach dem Anheizen ein Thermometer gesteckt wird, was vielleicht 15 bis 20 cm in den Backraum ragt. Ein Meßpunkt reicht mir. Ich weiß dass es im hinteren Bereich, wo noch die Rückwand Wärme abstrahlt, heißer ist als vorne. Auf dem Boden ist es heißer an den Stellen wo der Hauptabbrand war u.s.w. Mit jedem neuen Backtag lernt man das Eigenleben seines Ofens besser zu verstehen.
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Re: ein paar Detailfragen

Beitrag von Ottis Eicher » 6. Jun 2011, 21:07

Hallo Andreas,

sieh dir auch die öfen von Hans22 und Löwenstern an, dort wirst
du viele Antworten auf deine Fragen sehen.

Gruß
Ottis Eicher
Gruß aus dem Sauerland

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Re: ein paar Detailfragen

Beitrag von Hans22 » 7. Jun 2011, 08:32

andreas hat geschrieben:3) Wie habt Ihr eigentlich Thermometer eingebaut?
Hallo Andreas,
also ich habe ein Kupferrohr für unser Thermometer schräg oberhalb des Gewölbebogens eingelehmt, also quasi außerhalb des 12cm-Wärmespeichers.
Das ist definitiv der falsche Platz und taugt allenfalls zur Anzeige der Restwärme nach etlichen Stunden!
Ich würde es jetzt eher (vom Feuer aus gesehen) so 3 bis max. 6cm ins Gewölbe platzieren oder gleich wie Franz Ose durch ein Loch in den Feuerraum hängen. Letzteres ist natürlich die einfachste Lösung, Du musst nur beim anheizen immer daran denken, das Thermometer raus zu nehmen, sonst geht's kaputt.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
Hans

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Re: ein paar Detailfragen

Beitrag von cum-pane » 8. Jun 2011, 06:26

Hallo Andreas,
ich verwende Backofenthermometer zum reinstellen, weil die sich im Ofen hin und her schieben lasse. Nach dem Aufheizen genügt mir die Anzeige bis 300°C. Du musst bei diesen Thermometern darauf achten dass der Fuß nicht umklappt. Die Version mit Löchern in der Rückwand (um 9,-€) reagiert schneller als die anderen.
Für den Abzug würde ich schon Kaminofenofenrohr (Senotherm) nehmen. Das einfache heizt zu schnell kaputt.
Four grand mere (franz. Ofenhersteller) beschreibt in seinem Ofenbuch das Räuchern im ganz normalen Ofen. Die Rückstände brennen restlos weg. Beim komplizierter Abgasführung würde ich aber Franz Ose zustimmen.
Für gezielte kleine Schornsteinbrände werfe ich manchmal trockenes Kräuterheu (Salbei etc.) ins Feuer. Dann schlagen gleich die Flammen oben aus dem Ofenrohr und alles ist wieder sauber.
cum-pane

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Re: ein paar Detailfragen

Beitrag von Ottis Eicher » 8. Jun 2011, 09:20

Hallo,

es müsste also ein direkter Abzug in den Schornstein erfolgen beim räuchern, wenn ich
das richtig verstehe.

Hier müsste dann der Fuchs geschlossen werden um zu verhindern, dass sich dort Ablagerungen
bilden und der Fuchs auch am Schornstein geschlossen sein.

Das Ausbrennen, nach Info von Cum Pane, wäre dann eine mögliche "Reinigung".

Aber wird nicht auch beim Braten/Kochen von Hähnchen, Keulen usw. Fett im Ofen
und den Füchsen abgelagert?

Gruß
Ottis Eicher
Gruß aus dem Sauerland

Ottis Eicher

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