Ein Neuer im südlichen Kraichgau

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Hans22
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 28. Jun 2010, 09:20

Hallo zusammen,
was für ein super Wetter...
Fast zu heiß zum arbeiten zwar, aber egal, besser so als anders :D
Am Wochenende wurde auf unserer Baustelle fleißig weiter gearbeitet, hier ein paar Bilder und Infos.

Grüßle,
Hans
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Die Hauptarbeit bestand darin, mal die alte, graue Betonmauer hinter dem Ofen zu verhübschen. Wir wollen den Bereich verputzen, vor dem später die Dachkonstruktion und der Unterstand mit Arbeitsfläche stehen. Dazu wurde am Freitag Abend erstmal mit dem Hochdruckreiniger und teilweise Flex mit Drahtbürste gereinigt. Moos, Flechten und natürlich Dreck waren zu entfernen. Samstag Morgen wurde dann zunächst ein Haftvermittler mit Quarzsand aufgebracht. Das ist das rote Zeugs hier auf dem Bild.<br />.
Die Hauptarbeit bestand darin, mal die alte, graue Betonmauer hinter dem Ofen zu verhübschen. Wir wollen den Bereich verputzen, vor dem später die Dachkonstruktion und der Unterstand mit Arbeitsfläche stehen. Dazu wurde am Freitag Abend erstmal mit dem Hochdruckreiniger und teilweise Flex mit Drahtbürste gereinigt. Moos, Flechten und natürlich Dreck waren zu entfernen. Samstag Morgen wurde dann zunächst ein Haftvermittler mit Quarzsand aufgebracht. Das ist das rote Zeugs hier auf dem Bild.
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Nach fünf Stunden Trockenzeit wurde ein Armierputz aufgebracht und in diesen noch Gewebe eingearbeitet.<br />Die Unebenheiten werden mit der nächsten Lage Putz noch ein bischen ausgeglichen und dann kommt noch Farbe drauf. Mit diesen Arbeiten waren wir zu zweit ganz gut beschäftigt...<br />.
Nach fünf Stunden Trockenzeit wurde ein Armierputz aufgebracht und in diesen noch Gewebe eingearbeitet.
Die Unebenheiten werden mit der nächsten Lage Putz noch ein bischen ausgeglichen und dann kommt noch Farbe drauf. Mit diesen Arbeiten waren wir zu zweit ganz gut beschäftigt...
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In den Pausen wurde dann am Ofen weiter gearbeitet. Erstmal habe ich noch eine Lage Steine auf den Schornstein gemauert und damit die Lagerungen für die Abgasklappe fixiert. Die Klappe ist so bemessen, daß in alle Richtungen ca. 2 - 3mm Spiel ist. War etwas Fummelei, aber jetzt passt es.<br />.
In den Pausen wurde dann am Ofen weiter gearbeitet. Erstmal habe ich noch eine Lage Steine auf den Schornstein gemauert und damit die Lagerungen für die Abgasklappe fixiert. Die Klappe ist so bemessen, daß in alle Richtungen ca. 2 - 3mm Spiel ist. War etwas Fummelei, aber jetzt passt es.
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Ein Blick durch die Reinigungsöffnung vorne in den Fuchs. Da gehört auch mal wieder gefegt... ;)<br />.
Ein Blick durch die Reinigungsöffnung vorne in den Fuchs. Da gehört auch mal wieder gefegt... ;)
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Über den oberen Teil vom Ofen habe ich dann noch ca. 3cm Lehm geputzt. Hauptsächlich, um für etwas mehr Stabilität beim Fuchs zu sorgen, aber auch, um das Rohr für das Thermometer zu versenken, damit es quasi innerhalb des Gewölbes liegt. Wir haben uns so ein vollmechanisches Thermometer bis 500°C mit 60cm Ausleger besorgt, das wird dann zum backen in das Kupferrohr rein gesteckt. Die Meßspitze befindet sich dann von vorne gesehen ungefähr in der Mitte des Ofens.<br />.
Über den oberen Teil vom Ofen habe ich dann noch ca. 3cm Lehm geputzt. Hauptsächlich, um für etwas mehr Stabilität beim Fuchs zu sorgen, aber auch, um das Rohr für das Thermometer zu versenken, damit es quasi innerhalb des Gewölbes liegt. Wir haben uns so ein vollmechanisches Thermometer bis 500°C mit 60cm Ausleger besorgt, das wird dann zum backen in das Kupferrohr rein gesteckt. Die Meßspitze befindet sich dann von vorne gesehen ungefähr in der Mitte des Ofens.
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So steht der Ofen jetzt da. In den nächsten zwei Tagen bin ich vermutlich nur damit beschäftigt, abends die zahlreichen Schwindrisse zu zu lehmen. Für den kommenen Sonntag ist dann das erste klitzekleine Feuer (nur das raus brennen der Schalung) geplant.<br />Wir sind schon sehr gespannt...<br />Ich will auf jeden Fall den Ofen in diesem Stadium, bevor die Dämmung und der Außenputz drüber kommen, &quot;einbrennen&quot;, also über mehrere Tage mal immer mehr Feuer drin abbrennen. Ich denke, daß es so besser möglich ist, das Verhalten des Gewölbes (Rißbildung...) zu beurteilen. Und vielleicht können wir ja auch so schon die erste Pizza backen :)<br />.
So steht der Ofen jetzt da. In den nächsten zwei Tagen bin ich vermutlich nur damit beschäftigt, abends die zahlreichen Schwindrisse zu zu lehmen. Für den kommenen Sonntag ist dann das erste klitzekleine Feuer (nur das raus brennen der Schalung) geplant.
Wir sind schon sehr gespannt...
Ich will auf jeden Fall den Ofen in diesem Stadium, bevor die Dämmung und der Außenputz drüber kommen, "einbrennen", also über mehrere Tage mal immer mehr Feuer drin abbrennen. Ich denke, daß es so besser möglich ist, das Verhalten des Gewölbes (Rißbildung...) zu beurteilen. Und vielleicht können wir ja auch so schon die erste Pizza backen :)
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Hans22
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Der Moment der Wahrheit...

Beitrag von Hans22 » 5. Jul 2010, 09:34

Hallo zusammen,
gestern Abend war es soweit - das erste Feuer im Ofen!
Wir haben die Schalung aus dem Gewölbe gebrannt (und hinterher, weils so schön war, noch die Reste vom Grillfeuer in den Ofen geschaufelt und noch etwas Holz dazu gelegt).
Das Wichtigste zuerst: Das Gewölbe ist stehen geblieben :D
Es war wirklich spannend. Und wir waren -ehrlich gesagt- überrascht zu sehen, daß der Ofen selbst in diesem Baustadium, also mit fast gar keinem Schornstein, schon wirklich gut zieht. Vom Prinzip her scheint er also gut zu funktionieren.
Mal sehen, was die nächsten Tage bringen, wir wollen abends jetzt immer ein bischen mehr Feuer rein machen und die Temperatur langsam steigern.
Gestern war der Anfang bei einer Temperatur von 30°C an unserem Meßpunkt, nach knapp drei Stunden waren es ca. 100°C. Na ja, der Meßpunkt liegt auch ziemlich weit außen...
Ein paar Risse im Gewölbe haben sich auch gebildet, aber ich denke, das ist normal und hoffe, das ist im grünen Bereich. Vielleicht mag sich ja jemand von den erfahrenen Leute dazu äußern?

Doch seht selbst...

Grüßle,
Hans
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So, das erste kleine Feuerchen...<br />.
So, das erste kleine Feuerchen...
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Anfangs ging es ziemlich gemütlich ab.<br />.
Anfangs ging es ziemlich gemütlich ab.
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Interessehalber haben wir mal die Abgastemperatur gemessen. Ziemlich heiß das Ganze...<br />Die Temperatur ließ sich auch durch das Öffnen der Tür noch bis ca. 450°C steigern, das lässt darauf schließen, das es noch eine Sekundärluftverbrennung gab und daß wir vielleicht später beim Betrieb des Ofens in der Anheizphase die Tür einen Spalt geöffnet lassen sollten.<br />.
Interessehalber haben wir mal die Abgastemperatur gemessen. Ziemlich heiß das Ganze...
Die Temperatur ließ sich auch durch das Öffnen der Tür noch bis ca. 450°C steigern, das lässt darauf schließen, das es noch eine Sekundärluftverbrennung gab und daß wir vielleicht später beim Betrieb des Ofens in der Anheizphase die Tür einen Spalt geöffnet lassen sollten.
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IMG_5061.JPG (62.75 KiB) 13756 mal betrachtet
Und dann gibt es Rauchzeichen :)<br />Hoffentlich hat's die Nachbarn nicht zu sehr gestört...<br />Später war die Verbrennung aber teilweise auch absolut sauber.<br />.
Und dann gibt es Rauchzeichen :)
Hoffentlich hat's die Nachbarn nicht zu sehr gestört...
Später war die Verbrennung aber teilweise auch absolut sauber.
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Zu dem Zeitpunkt geht auch im Ofen ziemlich die Post ab :)<br />.
Zu dem Zeitpunkt geht auch im Ofen ziemlich die Post ab :)
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An der linken Gewölbeseite hat sich ein ziemlich durchgehender Riss gebildet. Das ist genau die Stelle, wo der senkrechte Teil des Mauerwerkes in den Bogen übergeht.<br />.
An der linken Gewölbeseite hat sich ein ziemlich durchgehender Riss gebildet. Das ist genau die Stelle, wo der senkrechte Teil des Mauerwerkes in den Bogen übergeht.
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Hier eine Detailaufnahme des größten Risses. Er war an einigen Stellen ca. 2mm stark. Heute morgen habe ich mal nachgeschaut (Temperatur am Meßpunkt liegt bei 60°C) - der Riss ist immernoch da, nur ein bischen dünner.<br />Vermutlich handelt es sich also um einen Setzungsriss.<br />.
Hier eine Detailaufnahme des größten Risses. Er war an einigen Stellen ca. 2mm stark. Heute morgen habe ich mal nachgeschaut (Temperatur am Meßpunkt liegt bei 60°C) - der Riss ist immernoch da, nur ein bischen dünner.
Vermutlich handelt es sich also um einen Setzungsriss.
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An der rechten Seite des Gewölbes sind die Risse nicht ganz so arg.<br />.
An der rechten Seite des Gewölbes sind die Risse nicht ganz so arg.
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Oben am Fuchs haben sich auch Risse gebildet, die hier sind aber auch so ziemlich an der heißesten Stelle des Ofens.<br />.
Oben am Fuchs haben sich auch Risse gebildet, die hier sind aber auch so ziemlich an der heißesten Stelle des Ofens.
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Ein Blick ins Gewölbe nach dem erfolgten Abbrand. Da werde ich die Tage noch ein bischen die heraus gequollenen Lehm-Tropfen vom Gewölbebogen abkratzen und dann passt das.<br />Vor allem muß ich jetzt schnell eine Aschekrücke bauen, die haben wir noch nicht ;)<br />.
Ein Blick ins Gewölbe nach dem erfolgten Abbrand. Da werde ich die Tage noch ein bischen die heraus gequollenen Lehm-Tropfen vom Gewölbebogen abkratzen und dann passt das.
Vor allem muß ich jetzt schnell eine Aschekrücke bauen, die haben wir noch nicht ;)
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Grüßle,
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Franz Ose
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Franz Ose » 5. Jul 2010, 21:51

Da hast du aber schon für´s erste ein gewaltiges Feuer gemacht.
Ich hatte mir damals nicht getraut die Schalung heraus zu brennen, sondern habe sie ausgebaut und die vordere Wand nachträglich vorgesetzt und dann behutsam mit bedeutend kleinerem Feuer angefangen.
Während die Risse am Zug normale Schwindrisse sind, die du einfach nochmals zuschmieren kannst, hat der Riss unterhalb der Abspannung doch andere Ursachen.
Ich vermute fast, dass dein Mauerwerk noch nicht richtig ausgetrocknet war und der sich bildende Wasserdampf das Gewölbe auseinandergedrückt hat.

bloß nochmal zur Erinnerung:
Franz Ose hat geschrieben:
Hans22 hat geschrieben: Ich habe schon noch etwas Bedenken, ob nachher das Gewölbe hält, weil es doch etwas flacher gestaltet ist, als die meisten Gewölbe der anderen hier, aber wir werden sehen...
... ich auch, der Stein in der obersten Schicht scheint mir eher symbolisch da zu liegen.
....
Ich glaub da wirken ganz schöne Kräfte.
Irgend etwas Ähnliches wie der Brotbaecker, aber durchaus schwächer dimensioniert würde ich zur Beruhigung aber machen.
Wäre sonst schade drum.
Jetzt ist nur die Frage was ist passiert.
Wenn keine Verspannung gewesen wäre, hätte ich gedacht, das Gewölbe hat sich ausgedehnt und somit im Auflagerbereich nach außen geschoben.
Kann nach meiner Meinung aber nicht sein, da die Abspannung wie zu sehen das verhindert hat.
Gerissen ist die Fuge im Wesentlichen eine Schicht unterhalb der Abspannung also genau die Lagerfuge des Gewölbes.
Da auf der Seite mit dem geringeren Riss, der Flachstahl anscheinend noch die oberste Steinkante der darunterliegenden Schicht berührt und somit ein größeres Abreißen verhindert hat, denke ich dass die Abspannung als solche erstmal richtig war.
Das Problem ist eben nur, sie hätte etwas tiefer sein können.
Ist der Riss übrigens durchgängig von vorn bis hinten ?

Als erstes würde ich den Riss etwas aufweiten und dann wieder neu verfugen.
Dann aber ist guter Rat teuer.
Lag es vielleicht wirklich an der zu hohen Restfeuchte und ist die Sache im besten Falle damit sogar erledigt oder lag es dann doch an einer zu fest oder zu schwach angezogenen Abspannung.

Die Standfestigkeit des Gewölbes ist sicher nicht gefährdet.
Trotzdem ist es natürlich unschön und außerdem noch ärgerlich wenn man nicht ganau weiß wo dran es liegt.
Bild

Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

Brotbaecker

Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Brotbaecker » 5. Jul 2010, 22:38

Hallo Hans22,

sehr schön gebaut und dann doch die Geduld verloren!? Man sollte dem Gewölbe, gleich bei welchem Material schon ein wenig Zeit zum Austrocknen lassen. Ein paar Tage sind da definitiv zu wenig! Hier sollte man lieber in Wochen denken und dann auch wirklich nur langsam anfeuern. Ihr habt da ja gleich ein Höllenfeuer entfacht. Das war sehr mutig und wurde mit diesen "tollen Rissen" belohnt. Also, wie FranzOse schrieb alles nochmals zuschmieren, austrocknen lassen und langsam nochmals versuchen! Viel Glück wünscht Der Brotbaecker

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Hans22
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 6. Jul 2010, 11:10

Hallo Franz Ose und Brotbaecker,
danke für Eure Antworten.
Das mit dem "Höllenfeuer" beim ersten Mal ging leider nicht anders - das war die Schalung und die war halt drin im Gewölbe.
Und ganz so ungeduldig waren wir (zumindest an der Stelle, wo die Risse jetzt aufgetreten sind) auch nicht, denn die haben wir vor ca. 4 Wochen gemauert und seitdem war es ja auch ziemlich trocken und warm. Aber an diesen Stellen war beim ersten Abbrand in der Tat etwas Wasserdampf bzw. kondensierende Feuchtigkeit zu sehen - das hätte ich auch nicht gedacht, daß da überhaupt noch Feuchtigkeit ist nach der Zeit.
Der Fuchs und vor allem die Lehmschicht hatten weniger Zeit zum trocknen, aber da ist ja auch weniger Material.
Franz Ose hat geschrieben: Jetzt ist nur die Frage was ist passiert.
Wenn keine Verspannung gewesen wäre, hätte ich gedacht, das Gewölbe hat sich ausgedehnt und somit im Auflagerbereich nach außen geschoben.
Kann nach meiner Meinung aber nicht sein, da die Abspannung wie zu sehen das verhindert hat.
Nach außen geschoben ist da auch meiner Meinung nach nichts, denn die Kanten der Risse liegen exakt übereinander. Irgendwie sieht es so aus, als wäre die äußere Reihe Steine nur etwas gekippt.
Franz Ose hat geschrieben: Ist der Riss übrigens durchgängig von vorn bis hinten ?
Von vorne bis hinten ist er fast durchgängig. Durch das Gewölbe in den Backraum rein anscheinend nicht. Ich habe nach der gestrigen zweiten "Einbrandaktion" noch einige Bilder vom Innenraum gemacht. Da ist wirklich keinerlei Rissbildung zu erkennen, siehe auch Fotos unten.
Ich habe dann auch, bevor der Ofen gestern heiß wurde, die Risse einfach mal zugeschmiert. Da werde ich heute Abend mal sehen, wie sich das verhält.
Wenn's nicht reicht, kann ich ja mal -wie Ihr das empfohlen habt- stärker auskratzen und dann neu zulehmen.
Franz Ose hat geschrieben: Die Standfestigkeit des Gewölbes ist sicher nicht gefährdet.
Trotzdem ist es natürlich unschön und außerdem noch ärgerlich wenn man nicht ganau weiß wo dran es liegt.
Na das ist ja mal schön zu hören...
Ob es unschön ist, ist mir dann eigentlich herzlich egal, weil ja dieser komplette Bereich noch in der Dämmung verschwindet und noch eine Lehmschicht als Verputz drüber kommt - sehen tut man da also später nichts mehr von.

Falls ihr eine Meinung zu den Bildern habt, würde es mich freuen, von Euch zu hören :D

Grüßle,
Hans
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Diese Fuge ist betroffen.<br />.
Diese Fuge ist betroffen.
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Ofen-Gewölbe_innen_verstaerkt_Risse_aussen.gif (5.51 KiB) 13117 mal betrachtet
Ein Bild des Gewölbes innen nach dem zweiten Abbrand.<br />.
Ein Bild des Gewölbes innen nach dem zweiten Abbrand.
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IMG_5115.JPG (70.86 KiB) 13117 mal betrachtet
Noch ein Bild des Gewölbes innen nach dem zweiten Abbrand.<br />.
Noch ein Bild des Gewölbes innen nach dem zweiten Abbrand.
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IMG_5116.JPG (73.68 KiB) 13117 mal betrachtet
Detail von der linken Lagerfuge innen.<br />.
Detail von der linken Lagerfuge innen.
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IMG_5115_Detail.jpg (104.02 KiB) 13117 mal betrachtet
Detail von der rechten Lagerfuge innen.<br />.
Detail von der rechten Lagerfuge innen.
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IMG_5116_Detail.jpg (105.81 KiB) 13117 mal betrachtet
Grüßle,
Hans

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cum-pane
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von cum-pane » 6. Jul 2010, 14:10

Hallo Hans,
Setzungsrisse sind bei Lehm nichts Ungewöhnliches. Du musst eben anfangs etwas nachbessern. Wenn Du den Lehm noch etwas mit Quarzsand abmagerst geht es u. U. schneller ohne weitere Rissbildung. Ich würde mir nach dem Eindruck von den Fotos keine großen Sorgen machen. Kannst Du die Muttern minimal lösen, vielleicht liegt es an den Zugkräften?
cum-pane

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Hans22
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 6. Jul 2010, 16:17

cum-pane hat geschrieben:Hallo Hans,
Setzungsrisse sind bei Lehm nichts Ungewöhnliches. Du musst eben anfangs etwas nachbessern. Wenn Du den Lehm noch etwas mit Quarzsand abmagerst geht es u. U. schneller ohne weitere Rissbildung. Ich würde mir nach dem Eindruck von den Fotos keine großen Sorgen machen. Kannst Du die Muttern minimal lösen, vielleicht liegt es an den Zugkräften?
cum-pane
Hallo cum-pane,
nett mal wieder von Dir zu hören :D
Ich hatte diesen Lehm immer mit "normalem" gelbem Sand abgemagert und etwas Schamotte-Mehl.
Was ist denn der Unterschied zwischen dem gelben Sand und Quarzsand? "Greift" letzterer besser?
Ich kann natürlich für die "Reparaturmischung" auch Quarzsand zum abmagern nehmen, habe ich sogar noch da.

An den Zugkräften liegt es -glaube ich- nicht. Ich hatte beim ersten Abbrand sofort die Muttern etwas gelockert, nachdem ich die Bildung der Risse bemerkt habe. Die Risse sind dann aber trotzdem noch etwas weiter geworden, ohne daß die Schrauben fester geworden wären, also ist da nichts auseinander gedriftet. Deswegen habe ich die Schrauben dann wieder sachte angezogen, handfest, so wie vorher, daß gerade so die Sicherungsringe unter den Schrauben gespannt sind.
Ich vermute von daher (und aufgrund Eurer Aussagen) eher, daß es sich um eine Setzung des Gewölbes handelt, die jetzt eben so ist wie sie ist...

Grüßle,
Hans
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Franz Ose
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Franz Ose » 6. Jul 2010, 17:58

Hans22 hat geschrieben:
cum-pane hat geschrieben: Ich vermute von daher (und aufgrund Eurer Aussagen) eher, daß es sich um eine Setzung des Gewölbes handelt, die jetzt eben so ist wie sie ist...

Grüßle,
Hans
Das vermute ich auch.
Ich denke, die Stoßfugen im Deckenbereich haben ein wenig nachgegeben, so dass das Gewölbe innen etwas abgesackt ist.
Würde auch erklären, warum die Steine über den Riss etwas nach innen geneigt sind.

Vielleicht hat aber auch die Lagerfuge schon einen Knack beim Anziehen bekommen.

Flotter Spruch dazu: Schrauben nur anziehen bis kn, bei ack ist es zu spät

Da muss ich an Meister Röhrich denken, wie er bei Frau Hansen ein Heizungsventil auswechseln willl.
"Giv me mol de Tang her! De treckt doch noch! Hol ma mit bi!
Endergebnis wie gesagt, nach fest kommt ab.
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 7. Jul 2010, 09:11

Franz Ose hat geschrieben:Ich denke, die Stoßfugen im Deckenbereich haben ein wenig nachgegeben, so dass das Gewölbe innen etwas abgesackt ist.
Würde auch erklären, warum die Steine über den Riss etwas nach innen geneigt sind.
So sieht es wohl aus!
Ich habe gestern -vor der dritten Einbrandaktion- mal die ganzen raus hängenden Lehm-Nasen abgestoßen, alles gut gereinigt, genau geschaut und einige Bilder gemacht (siehe unten).
Das innere Gewölbe ist einwandfrei, keinerlei Rissbildung.
Das dritte Foto ist durch die Reinigungsöffnung vorne in den Fuchs rein aufgenommen. Da erkennt man, daß sich anscheinend der obere Gewölbebogen etwas vom Unteren gelöst hat, bzw. der Untere etwas mehr abgesackt ist als der Obere (ca. 2mm Riss).
Das ist natürlich blöd, weil Luft ein schlechter Wärmeleiter ist und somit die Wärme des Feuers von unten nach oben schlechter geleitet wird. Auf der anderen Seite wird ja genau dieser Bereich durch den Fuchs von oben geheizt, wo auch normalerweise durch die Sekundärluftverbrennung der heißeste Teil des Feuers ist, weswegen es eventuell auch nicht so schlimm ist... Und Strahlungswärme geht ja auch durch Luft... :?

Was meint Ihr?

Grüßle,
Hans
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Urlaub!

Beitrag von Hans22 » 10. Jul 2010, 14:59

Hallo Leute,
ich verabschiede mich für 3 Wochen aus dem Forum, wir haben Urlaub und fahren in die Pyrenäen.
Im August geht's dann weiter mit der Ofenbaustelle.

Bis dahin,
Hans
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Das erste Mal backen

Beitrag von Hans22 » 3. Aug 2010, 09:32

Hallo zusammen,
so, wir sind gut erholt aus einem schönen Urlaub zurück, jetzt kann es auf der Ofenbaustelle weiter gehen...
Wir haben nach den paar Tagen mit dem einbrennen des Ofens am letzten Abend vor dem Urlaub noch eine kleine Test-Backaktion gestartet, das hatte ich nicht mehr gepostet.
Da wir ja nahe beim Elsaß wohnen und weil es so einfach ist, haben wir Flammkuchen gemacht, erst die klassische herzhafte Variante (Rahm, Zwiebeln und Speck), zum Abschluss dann süß (Rahm und Banane mit Rum flambiert).
Dann haben wir ein bischen gewartet, bis der Ofen etwas runter gekühlt war und haben noch zwei Dinkel-Brote rein geschoben.
Kurz gesagt: Es war ein Erlebnis! Die Flammkuchen waren wirklich super knusprig und lecker, das Brot ist auch gut gelungen und hat super geschmeckt, es hatte nur etwas zu viel Unterhitze.
Wir sind für' s erste mal sehr zufrieden und werden natürlich weiter testen.

Grüßle,
Hans
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Grüßle,
Hans

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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Schorsch » 6. Aug 2010, 18:10

Hallo Hans,
mit welchem Holz heizt du?
Ich hatte bei Buche auch immer zu hohe Unterhitze. Mit Fichte ist die Temperaturverteilung deutlich besser.

Gruß
Schorsch

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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 9. Aug 2010, 08:52

Hallo Schorsch,
wir heizen im Augenblick mit gemischtem Holz, ich kann nicht einmal sagen, was da alles dabei ist.
Das stammt aus einem Schlagraum, den wir vor einigen Jahren mal leer geräumt hatten. Buche, Kiefer und Eiche sind auf jeden Fall dabei, was noch, weiß ich nicht. An Fichte komme ich vermutlich überhaupt nicht ran, die habe ich hier bei uns im Wald noch nie gesehen.

Aber zur Zeit heizen wir auch immer nachmittags erstmal voll ein und machen dann abends Pizza oder Flammkuchen, weil's so schön ist. Brot ist dann später Abends oder am nächsten Morgen dran. Jetzt am Wochenende haben wir am nächsten Morgen nochmal kurz nachgeheizt und dann erst das Backwerk rein geschoben (Beitrag mit Bildern kommt später).

Ich muss mal schauen, ob ich irgendwie Holz getrennt lagern kann, so von den Örtlichkeiten her. Es soll ja auch in der Nähe des Ofens sein... In unserem jetzigen Schlagraum haben wir hauptsächlich Buche und Kiefer. Ich habe Eure Beiträge zu dem Thema Holzauswahl schon mit Interesse verfolgt, hätte vorher nie gedacht, das es einen Unterschied machen könnte, mit welchem Holz man so einen Ofen heizt.
Na ja, wir sind ja noch in der absoluten Anfängerphase... :D

Grüßle,
Hans
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Hans

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Ofen ist eingepackt

Beitrag von Hans22 » 9. Aug 2010, 11:02

Hallo zusammen,
natürlich ging es am Wochenende auch auf der Baustelle weiter - die Dämmung wurde aufgebracht.
Samstag Abend gab es den ersten Pizza-Versuch. Das war auch schon so ansprechend, dass es davon keine Fotos gibt, wir haben die frische Pizza immer gleich aufgegessen :D
Sonntag Morgen haben wir es dann mit frischen Brötchen und Brot versucht.

Grüßle,
Hans

P.S.: Frage an die Baustoff-Experten hier: Ist das eigentlich normal, dass diese Dämmplatten bzw. Dämmstoffe beim Einheizen so stinken (der Geruch war -vor allem in der Nähe des Ofens- teilweise wirklich sehr unangenehm)? Ich wäre bei diesen auch hier im Forum genannten Dämmstoffen (Baustoffklasse A1) davon ausgegangen, daß die wirklich rein mineralisch sind und da kann dann ja eigentlich nicht viel stinken :?
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Für die Dämmung habe ich verschiedene Materialien her genommen, teils neu, teils was noch von der Hausrenovierung vorhanden war. Ist aber alles Baustoffklasse A1 (nicht brennbar).<br />Die Dämmung ist befestigt mit Streifen aus großen Drahtgittern, die hatten wir noch von zwei Drahtgitterboxen von einer Lieferung Natursteine. Die Drahtgitterstreifen sind im Beton-Sockel mit einfachen Dübeln befestigt, da außen ist ja keine Hitzebelastung mehr.<br />.
Für die Dämmung habe ich verschiedene Materialien her genommen, teils neu, teils was noch von der Hausrenovierung vorhanden war. Ist aber alles Baustoffklasse A1 (nicht brennbar).
Die Dämmung ist befestigt mit Streifen aus großen Drahtgittern, die hatten wir noch von zwei Drahtgitterboxen von einer Lieferung Natursteine. Die Drahtgitterstreifen sind im Beton-Sockel mit einfachen Dübeln befestigt, da außen ist ja keine Hitzebelastung mehr.
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So sieht die Dämmung im Ganzen aus. Durch entsprechendes Zurechtschneiden der Dämmplatten habe ich mich bemüht, schonmal eine halbwegs runde Kuppel für den abschließenden Putz hin zu bekommen.<br />.
So sieht die Dämmung im Ganzen aus. Durch entsprechendes Zurechtschneiden der Dämmplatten habe ich mich bemüht, schonmal eine halbwegs runde Kuppel für den abschließenden Putz hin zu bekommen.
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Dann habe ich noch eine ganze Matte von dem Drahtgitter mit den abstehenden Drähten verzwirbelt. Die Matte hat jetzt einen recht gleichbleibenden Abstand zur Dämmung von ca. 3 cm. Das sollte dann als Putzträger und Armierung für den abschließenden Lehmputz von ca. 5 - 8 cm in Ordnung sein.<br />.
Dann habe ich noch eine ganze Matte von dem Drahtgitter mit den abstehenden Drähten verzwirbelt. Die Matte hat jetzt einen recht gleichbleibenden Abstand zur Dämmung von ca. 3 cm. Das sollte dann als Putzträger und Armierung für den abschließenden Lehmputz von ca. 5 - 8 cm in Ordnung sein.
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Sonntag Morgen wurde kurz nachgeheizt und dann ging es ans Backen. Wir backen derzeit Hefeteig. Zum Frühstück haben wir es mal mit frischen Brötchen versucht. Nach 25 Minuten waren sie fertig.<br />.
Sonntag Morgen wurde kurz nachgeheizt und dann ging es ans Backen. Wir backen derzeit Hefeteig. Zum Frühstück haben wir es mal mit frischen Brötchen versucht. Nach 25 Minuten waren sie fertig.
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Der Teig für die Brote wird vor dem Backen in einen Brotkorb gelegt, damit er Form bekommt.<br />.
Der Teig für die Brote wird vor dem Backen in einen Brotkorb gelegt, damit er Form bekommt.
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Den Brotkorb auf den Kopf gedreht und ab in den Ofen damit...<br />.
Den Brotkorb auf den Kopf gedreht und ab in den Ofen damit...
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Nach etwas mehr als einer Stunde: Das fertige Brot.<br />.
Nach etwas mehr als einer Stunde: Das fertige Brot.
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So sieht das Brot von innen aus. Das kann sich sehen lassen und schmeckt auch sehr lecker.<br />.
So sieht das Brot von innen aus. Das kann sich sehen lassen und schmeckt auch sehr lecker.
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Grüßle,
Hans

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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Onkel Fritz » 17. Aug 2010, 23:24

Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungen Ofen!

Kannst Du mir bitte sagen, von welcher Firma dieses Thermometer bis 500 ° C ist?
Ich das Bild vergrößert, konnte aber nur "Made in Germany" lesen!

Vielen dank und niemals schwarzes Brot wünscht Onkel Fritz
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 18. Aug 2010, 08:52

Hallo Onkel Fritz,
ich hoffe, das ist jetzt keine Schleichwerbung hier und OK so...
Ich habe das Thermometer in diesem Online-Shop gekauft.
Als ungefragte Werbung ist auf dem Ziffernblatt leider die Mail-Adresse des Shops aufgedruckt (das hatte ich vor dem Kauf übersehen und ich finde das auch nicht so toll), aber es funktioniert gut. Man kann es mit verschiedenen Schaftlängen bestellen, wir haben eines mit 60cm. Das ist dann (seitlich gesehen) ungefähr in der Mitte des Ofens.
Du musst Dir nur über die Position im Gewölbe Gedanken machen. Ich habe unseres oberhalb der 12cm-Gewölbemauer eingelehmt, wie Du ja vielleicht in meinem Beitrag gesehen hast. Das scheint mir nach den bisherigen Ofentests suboptimal zu sein, da die Wärme dort sehr langsam ankommt und auch sehr langsam wieder geht. Der Backraumboden ist anfangs wesentlich heißer als angezeigt wird und später wesentlich kälter.
Aber da muss jeder seinen Ofen kennen lernen...

Grüßle,
Hans
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 23. Sep 2010, 09:40

Hallo zusammen,
auch auf unserer Baustelle geht es weiter, zwar langsamer als gedacht, aber immerhin.
Wir mussten die komplette Planung des Dachaufbaus wegen Einschränkungen aus dem Landesbaurecht neu machen (vorher hatten wir dummerweise nur das kommunale Baurecht berücksichtigt). Das war ein bischen ärgerlich und vor allem kompliziert. Auf Einzelheiten will ich da jetzt auch gar nicht eingehen...
Na ja, die neue Planung steht jetzt, das Dach wird kleiner und steht anders und ich bin jetzt dabei, Balken zu renovieren und zu zu schneiden etc..
Wir haben ca. 40 Jahre alte Dachsparren aus Kiefer von Freunden bekommen, die sich einen neuen Dachstuhl haben setzen lassen, aus denen baue ich unser Dach auf den Ofen. Ich mag so altes Massiv-Holz, das hat Astlöcher und Risse, es "lebt" einfach wesentlich mehr und ich finde das wesentlich schöner, als jetzt z.B. neues Konstruktions-Vollholz zu nehmen. Selbst frisch hergerichtet sieht es irgendwie "älter" und (für meinen Geschmack) schöner aus als neues Holz. Die Balken sind zwar vom Format her mit 72 x 128mm ein bischen komisch, aber so gerade noch OK.
Ich habe erstmal alle Balken durch den Hobel geschoben, jetzt bin ich dabei, die ganzen nötigen Aussparungen, Nuten und Zapfen zu richten.
Zur Behandlung der Balken nehme ich farbloses Teak-Holz-Öl für den Außenbereich. Ist eher für Gartenmöbel gedacht, wird es aber in dem Falle wohl auch tun.

Grüßle,
Hans
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Hier liegen schon mal die fertigen Sparren zum trocknen.<br />.
Hier liegen schon mal die fertigen Sparren zum trocknen.
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So sollen später mal die Holzverbindungen aussehen. Ich will alle Verbindungen als verdeckte Zapfenverbindungen ausführen und die dann noch mit Holznägeln sichern.<br />.
So sollen später mal die Holzverbindungen aussehen. Ich will alle Verbindungen als verdeckte Zapfenverbindungen ausführen und die dann noch mit Holznägeln sichern.
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IMG_7006.JPG (95.77 KiB) 10793 mal betrachtet
Mit einer kleinen Hilfkonstruktion haben wir zwischenzeitlich auch schon zwei Pfostenständer links vom Ofen einbetoniert. Da wird dann auch noch das Dach drüber gebaut.<br />.
Mit einer kleinen Hilfkonstruktion haben wir zwischenzeitlich auch schon zwei Pfostenständer links vom Ofen einbetoniert. Da wird dann auch noch das Dach drüber gebaut.
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In diesem Bereich zwischen den Ständern links und dem Ofen rechts wird dann später mal eine Marmor-Arbeitsplatte eingebaut.<br />.
In diesem Bereich zwischen den Ständern links und dem Ofen rechts wird dann später mal eine Marmor-Arbeitsplatte eingebaut.
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Franz Ose » 23. Sep 2010, 20:28

Hast du die Sparren selbst zugeschnitten und die Zapfenlöcher gestemmt ?
Das sieht ja spitzenmäßig aus.
Bild

Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von Hans22 » 24. Sep 2010, 10:36

Franz Ose hat geschrieben:Hast du die Sparren selbst zugeschnitten und die Zapfenlöcher gestemmt ?
Das sieht ja spitzenmäßig aus.
Danke für die Blumen :D
Und ja, das ist alles selbst gemacht.
Aber ich habe auch sehr viel geprobt in den letzten Wochen, das darfst Du mir glauben. Für mich ist das ja auch das erste Mal, daß ich solche Holz-Arbeiten mache. Ich habe verschiedene Handsägen durgetestet (Fuchsschwanz, Spannsägen mit verschiedenen Blättern, Bügelsäge), ich habe Zapfenlöcher auf verschiedene Arten hergestellt (ausgebohrt mit Forstner- Bohrer und dann ausgestemmt so wie Du mir das damals geschrieben hast, nur ausgestemmt) und jetzt habe ich durch einen glücklichen Zufall gerade einen Kettenstemmer (ausgeliehen) in der Werkstatt, der zwar von den Sägeketten her nicht ganz passend für unsere Zwecke ist, mit dem sich aber trotzdem gut und genau arbeiten lässt.
Das macht alles ziemlich viel Spaß und braucht ziemlich viel Zeit... :wink:
Aber nach der ersten gut funktionierenden und winkligen genagelten Zapfenverbindung (mit Holz-Nagel) bin ich durch die Werkstatt gehüpft, das war echt ein tolles Erfolgserlebnis.
Na ja, bei der Qualität meiner Nut-und-Zapfen-Verbindungen würde sicherlich jeder Gelernte die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, aber das ist mir relativ egal, für unsere Zwecke reicht das, was ich da hin bekomme, allemale.

Grüßle,
Hans
Grüßle,
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Re: Ein Neuer im südlichen Kraichgau

Beitrag von lang1982 » 26. Sep 2010, 22:12

Kompliment auch von meiner Seite. Sieht echt prima aus. Ich bin voll deiner Meinung was das Baumaterial betrifft. Ich bevorzuge auch älteres Baumaterial, das "lebt". Sieht einfach gemütlicher, bzw. rustikaler aus als neu gekauftes Baumaterial aus dem Baustoffhandel.

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