Ofenprojekt in Kroatien

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noldiA
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Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 17. Feb 2020, 21:01

Hallo zusammen,
Mein name ist Noldi und ich war schon oft in eurem Blog unterwegs. Viele Anregungen und Fachwissen gefunden. Dann habe ich im Herbst bei meinem Sohn in Kroatien das Projekt angefangen. Unsere Überlegung, wie der Ofen genutzt werden soll, brachte uns von einem Lehmofen ab. Der Ofen soll oft und über Jahre genutzt werden. Da ist ein Lehmofen bald am Ende und die Arbeit beginnt von vorne.
Hier seht ihr nun den Plan und das bisher geschaffte:

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Erster Segmentbogen mit recyketen Backsteinen gemauert. Danach ging es viel schneller!
Erster Segmentbogen mit recyketen Backsteinen gemauert. Danach ging es viel schneller!
P1060773.JPG (172.74 KiB) 901 mal betrachtet
Fertiger Tisch, ca 13 cm starke Platte mit Armierung
Fertiger Tisch, ca 13 cm starke Platte mit Armierung
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Bald gehts weiter: Die Schamottsteine kaufen wir vor Ort in Kroatien; etwas teuter wie bei uns, jedoch der Transport würde fast nochmal so viel kosten. Die Backsteine liegen hier im Wald und müssen nur eingesammelt und gesäubert werden. Zwischen Aussenmauer / Tisch und Schamott kommt 4cm Foamglas in Platten ( teuer aber effektiv ) und oben drauf eine Schicht Glasschaumschotter und dann Strohlehm. Die Aussenwand mit Ziegel wird mit üblichem Mörtel gemauert, für die Schamottsteine nehme ich Rath Super+. Der wird von der Mehrzahl der "Bäcker" ja empfohlen!
Darüber ein freistehendes Dach mit Ziegeldeckung. Die Ofentür baut mein Sohn. Das Gewölbe lasse ich von hinten nach vorne zum Kamin leicht ansteigen ( 3-4cm ). Damit haben wir gute Erfahrungen bei anderen Öfen gemacht, denn sie ziehen einfach besser!
Etwas Respekt habe ich bei der Öffnung für den Schornstein im Gewölbe des Schamottbogens, da dort doch eine Schwächung entsteht. Aber ihr habt´s ja auch geschafft. Wenn ihr dazu Tipps habt und überhaupt - eure Erfahrungen sind willkommen. :D

Bis bald, Noldi

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Franz Ose
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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von Franz Ose » 4. Mär 2020, 21:22

Herzlich Willkommen,

deine Planung sieht ja richtig professionell aus.
Heißt"da haben wir gute Erfahrungen bei andern Öfen gemacht", daß das nicht dein Erster ist ?
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Haste kleene Hände, brauchste weenich Teich, bäckste kleene Breetchen, wirste eher reich. (Sachsen´s Kultkomiker Eberhardt Cohrs)

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 31. Mär 2020, 20:34

Der Backofen ist mein erster! Die erfahrung bezieht sich auf einen Ofen, der in der Werkstatt steht. Jedoch habe ich die Idee für den Backofen verworfen, da es mir zu kompliziert erscheint.
Nun stelle ich weitere Bilder vom Fortschritt des Projekts ein.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 31. Mär 2020, 20:58

Seit fast einem Monat bin ich wieder in Kroatien und verfolge mein Projekt. Die Welt draussen muss ohne mich klarkommen! Hier bin ich in fast freiwilliger Quarantäne, denn das Wetter spielte nicht immer mit, so dass ich hier wegen Schnee gar nicht wegkonnte. Ausserdem geht es mir hier besser als in meinem Zuhause, Kloopapier ist hier genügend vorhanden.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 13:49

Schutzdach für Ofen, Bieberschwanz gebraucht, doppelt gedeckt ca. 800kg

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 19:31

Wintereinbruch bremst uns aus ...


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erste Schamottsteine und Glasschaumplatten 4cm zur Isolation


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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 19:47

Prüfen der Bodenhöhe: 4cm Isolation, Schamott hochkannt

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Ringanker aus Baustahl verschweißt

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Tür für Zuluft wird eingebaut.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 19:53

Die vorgefertigte Schablone füürs Gewölbe wird eingepasst. Sie ist in der Mitte zerlegbar und etwas mehr als die Innenlänge des Backraums. Wichtig ist, sie so einzubauen, damit die Stützen wieder gelöst werden können ( kleine Keile zum rausziehen).

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 20:08

Eine kleine Rinne als Widerlager

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Eigentlich sollten es laut Plan 13 Steine sein! Der Plan ist gut zur Planung, doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus ...
Schon am Anfang stellte ich fest, dass ich die Fugen der Schamotte zu groß geplant hatte und die Backsteine einen Zentimeter überstehen sollten, damit die Betonkonstruktion unter einem Putz verschwinden kann. So war ich froh, ein paar mehr Schamottsteine zur Verfügung zu haben. Der Rath Super plus 3 mm lässt sich super verarbeiten und die Fugen sind gerade mal 2-3 mm breit. Das Zeug hält wie Sau !

!

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 22:16

Das Gewölbe wird gemauert. Durch eine Auflage mit Wellpappe und Folie passen nun 14 Steine rein.

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upload leider nur gedreht

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 22:23

Die Bilder können durch anklicken in voller Gröse angesehen werden.

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Die Hälfte des Gewölbes ist ausgeschalt und hält ! Am Boden ist die Isolierung und der aufgelegte Schamottboden zu sehen. Einbau der Schablone für die vordere Hälfte.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 22:32

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Dazu braucht man Geduld, und eine Schablone, eine diamantierte Flexscheibe, Atemschutz, Ohrstöpsel und eine ruhige Hand.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 22:38

Hilfreich sind die richtigen Klötzchen um einn gleichmäßigen Abstand zu halten, besonders wenn man nicht warten will, den nächsten Stein zu setzen. Beim sachten Festklöpfen um einen guten Sitz zu erzielen und kleine Fugen zu haben, soll der nebenliegende Stein nicht wandern. Kleine Kiesel tuns auch, die können auch drin bleiben.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 10. Apr 2020, 22:55

Der Bogen für die Ofenklappe ist gemauert. Die Schablone wird später auch fürs Ziegelmauerwerk verwendet.

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Die Hauptschablone wird entfernt. Dazu wurde sie so gebaut. dass sie in zwei Teile zerlegt werden kann. Mancher verbrennt die einfach im Ofen. Aber ich wollte das beim ersten Anfeuern auf keinen Fall.

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Soweit bin ich heute gekommen. Die selbstverordnete Quarantäne mit Beschäftigungstherapie fühlt sich klasse an !
Morgen kommt noch eine Reihe Ziegelsteine rundrum und dann die Isolation aus den restlichen Platten und Glasschaumschotter drauf. Überdeckt wird es Mit einer Lehmhaube, die weiß gekalkt wird.

Weiteres folgt ...

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 21. Mai 2020, 11:06

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Weiter gehts mit der Isolation des Gewölbes: Glasschaumschotter grob, dann fein, dann die erste Schicht Lehm ( 7 Schaufeln Sand + 1Schaufel Lehm ).
Dann folgen - nach etwa einem Tag Trocknungszeit - weitere Schichten, diese dann mit zunächst wenig Stroh. Die Oberfläche der aufgebrachten Schichten wurden mit der Kelle grob angerauht, damit die folgnden Schichten sich gut damit verzahnen, insgesamt etwa 12-15cm Lehmpackung.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 21. Mai 2020, 12:03

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Der Abschluss erfolgt mit einer reinen Sand/Lehm-Mischung, die sorgfältig geglättet wird. Damit sie nicht reißt, sprüht man mehrmals Kalkwasser drauf. Kalkwasser gewinnt man aus Kalk in Wasser gelöst (vorsicht!) + Sand für den späteren Anstrich. Dabei setzt sich die Mischung und das Kalkwasser schöpft man ab. Der Anstrich erfolgt mehrmals, zwischendurch immer mal Kalkwasser draufsprühen. Der Kalk verfestigt die Oberfläche und macht sie auch hart und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Die Farbe wird bestimmt vom Sand, farbloser oder heller Sand ergibt eine weisse Farbe.

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Re: Ofenprojekt in Kroatien

Beitrag von noldiA » 21. Mai 2020, 12:43

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Zunächst wurde nur moderat angefeuert, dann auch mal Pizza gemacht. Anfangs schien es, dass der Ofen unmengen von Holz verbraucht. Nun, er ist schließlich auch groß. Mit der Zeit heizt er sich deutlich schneller auf. Mit etwas Nachdenken kamen wir dann drauf : es musste erst mal die ganz Feuchtigkeit raus, und die Isolationswirkung der Lehmhaube tritt erst nach Trocknung ein.
Der Thermometer wurde von mir geschottet und der Neue wird nun eingebaut. Dann kann man weitere Informationen gewinnen. Jedenfalls stellen wir fest, dass nun die Wärme viel länger gehalten wird.

Zu den Kosten: Überschlagsmäßig gerechnet etwa € 1400,- . Dabei schlugen die Schamotte und der Schamottzement mit etwa € 750,- und die Isolation mit Galsschaumschotter mit etwa € 220,- zu Buche. Dazu kamen noch Zement und Schottersteine für´s Fundament + Tisch, sowie einige Teile vom Schrott und einige Kleinteile. Mischer, Schweißgerät und sonstige Werkzeuge waren vorhanden, Die Ziegel lagen im Wald und mussten erst gesäubert und (aus-)sortiert werden, Lehm gibts vor Ort, der (Abfall-)Sand vom Rande der aufgelassenen Lehmgrube musste nur gesiebt werden. Das war viel Arbeit aber eben umsonst. :D

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