Original Pfälzer Waffeln

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Löwenstern
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Original Pfälzer Waffeln

Beitrag von Löwenstern » 6. Jul 2018, 18:32

Hallo Freunde,

auf der Suche nach Füllmaterial für das Sommerloch 2018 :lol: habe ich mal wieder etwas leckeres für euch entdeckt :!:


Original Pfälzer Waffeln
Deftige Kartoffelwaffeln aus einigen westpfälzischen Dörfern


Zutaten:

250 gr. Mehl
1 kg Kartoffel
Hefe
3- 4 Eier
Milch
1-2 Löffel Öl
Salz
Pfeffer
Maggi /Sojasoße
etwas Muskatnuss

Zubereitung:

Die Hefe mit etwas lauwarmer Milch und ein wenig Mehl anrühren und gehen lassen.
Nach einer ¼ Std. das restliche Mehl mit Milch anrühren (nicht zu dünn).
Den Teig gehen lassen. (Ca. ½ - ¾ Std.).
Die Kartoffeln schälen und reiben.
(nicht zu fein/ grob – dies geht auch in der Küchenmaschine)
Dann die geriebenen Kartoffeln zusammen mit den Eiern in den Hefeteig geben und
gut verrühren.

Ist der Teig zu wässerig (wegen der Kartoffeln) mit etwas Mehl wieder fester machen.
Den Teig in einem Waffeleisen backen. Vorsicht bei der ersten Waffel: Nicht zu viel Teig in
das Waffeleisen geben, da der Teig wegen der Hefe noch „gehen“ kann. Danach kann man es
besser einschätzen. Nach der ersten gebackenen Waffel einen kleinen Geschmackstest
vornehmen, falls noch nachgewürzt werden muss.

Hier einige Serviervorschläge:

-mit Schinken(-speck)-Stücken backen und direkt essen

-normal backen: mit Gulasch oder mit Braten und Soße oder Gemüsesoße essen

-je nach Jahreszeit wurde dazu Salat, Wirsing oder auch Spinat gereicht

-die übriggebliebenen Waffeln können am nächsten Tag klein gerupft in der
Pfanne erwärmt werden und dann mit Rührei unterzogen gegessen werden.

-Sind die Waffeln nicht zu knusprig gebacken, können sie am nächsten Tag noch
mal im Waffeleisen gebacken werden (weniger Kalorien).

Hintergrundinformation für Interessierte

Diese Art von Waffeln wurden lange Zeit nur in wenigen kleinen westpfälzischen Dörfern an der
Grenze zum Saarland gebacken. Die Bauern waren fast alle sehr arm. Die bekannten „ Pfälzer
Krummbeere“ waren lange Zeit für Mensch und Vieh ein wichtiges Essen und Futter. So kommt es
nicht umsonst, dass viele andere Rezepte aus diesem Gebiet immer wieder die Kartoffel als
Grundlage enthalten (Pfälzer Saumagen etc.) .Die meisten Bauern konnten von der Landwirtschaft
allein nicht leben. Viele Männer arbeiteten deshalb während der Woche im Kohlebergbau und in
der Stahlindustrie im benachbarten, damals noch reichen Saarland. Die Männer blieben meist die
ganze Arbeitswoche an ihren Arbeitsplätzen und kamen nur am Wochenende nach Hause. Die
Frauen versorgten die Kinder, das Haus ,das Vieh und die Landwirtschaft. Sonntags galt das
Waffelessen mit Fleisch und Soße in vielen Haushalten als typisches Sonntagsessen. Aber es wurde
auch eine Riesenportion (damals noch über dem offenen Herdfeuer) gebacken, da die Männer
einen halben Rucksack als „Vorrat“ mit in ihre einfache Arbeitsunterkunft nehmen konnten. Dort
wurden sie abends gerupft in der Pfanne gebraten und es wurden mitgebrachte Eier untergerührt.
Fast jede Familie hat den Waffelteig etwas anders zusammengestellt. Dies hing auch an der
Jahreszeit und den gerade vorhandenen Zutaten (z.B. etwas klein gehackter Lauch, geriebene
Zwiebeln/ Knoblauch etc.)) zusammen. So war es nicht möglich eine genauere Rezeptur von meiner
Mutter zu bekommen. Ich musste mich erst im Laufe der Jahre selbst „einbacken“ Ich hoffe, es
schmeckt Ihnen trotzdem und wenn’s beim ersten Mal nicht so gelingt – einfach noch mal
probieren. Ich –und meine Familie - finden: Es lohnt sich.
Guten Appetit wünscht

Norbert Cloß,- ehemaliger Pfälzer Bub
Feuer entzünden,
gemeinsam Teig kneten und backen-
mit Freunden genießen !
......was gibt es Schöneres ?

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